Mobilität braucht Sicherheit
 
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Die erste Etappe der Geschichte dieser Arbeit verlief in einem Provisorium. Die Ingenieure der Materialprüfstelle forschten ab 1932 in früheren Büroräumen der Allianz im Kleisthaus in der Berliner Mauerstraße, die zu Laboratorien umgerüstet worden waren.
Sie mussten sich einer Fülle unterschiedlichster Fragen und Untersuchungsfelder widmen und waren so von Beginn an darauf angewiesen, mit Experten an Hochschulen und außeruniversitären Forschungsinstitutionen zu kooperieren. So begründeten sie eine Tradition der Zusammenarbeit mit Fachleuten über die Grenzen von Disziplinen und Institutionen hinweg, die bis heute charakteristisch ist für die Tätigkeit des Expertenteams des AZT. Konkret hieß das damals, dass die Mitarbeiter der Materialprüfstelle sich darauf konzentrierten, Werkstoffe auf ihre Festigkeit zu untersuchen und metallographische Experimente durchzuführen. Für chemische Analysen kooperierten sie mit der Technischen Hochschule Berlin. In Sachen Werkstoffforschung profitierte die Allianz von den bahnbrechenden Forschungsergebnissen des Darmstädter Professors August Thum, des Begründers der Lehre von der Gestaltfestigkeit. Binnen kürzester Frist vervielfachte sich die Zahl der bearbeiteten Untersuchungsaufträge.
Schon 1936 analysierten die Ingenieure der Allianz für die Maschinen-versicherungssparte 170 Schadensfälle, die von Rohrreißern in Dampfkesseln über Schaufelschäden in Turbinen bis zu Defekten an Dieselmotoren reichten. Die Reputation des Instituts führte dazu, dass auch externe Aufträge übernommen wurden. So untersuchte man den Bruch der Schiffsschraube Ozeandampfers und die Antriebsmotoren des Luftschiffs „Hindenburg“. Darüber hinaus suchten die Schadenforscher gezielt den Austausch mit externen Fachleuten und der Öffentlichkeit. Dazu nutzten sie die bereits 1924 gegründete Zeitschrift „Der Maschinen-schaden“ als Forum, in dem Arbeitsergebnisse vorgestellt und diskutiert wurden.
1934 ließ Max Ehrt, der Geschäftsführer des Hauses, ein „Museum“ mit einer Lehrschau beschädigter Maschinenteile einrichten, das die Arbeit der Materialprüfstelle veranschaulichte. Im Folgejahr veranstaltete die Maschinenversicherungsabteilung an der Technischen Hochschule Berlin die erste Betriebsleitertagung zum Thema „Schadenforschung und Risikoverhütung“. In der Einladung dazu umriss die Allianz mit zeittypischem Pathos die Bedeutung dieser Arbeit und verwies auch auf deren politische Dimension: „Wir haben uns schon seit Jahren die Aufgabe gestellt …, die Betriebsleitungen in ihrem Kampf gegen die Widrigkeiten der Materie durch Ergründung der Schadenursachen und Weiterleitung der in der Praxis oder durch wissenschaftliche Forschung gewonnenen … Erkenntnisse zu unterstützen. Diese … Bestrebungen dienen in erster Liniedem wichtigen Zweck, den arbeitenden Volksgenossen ihre Arbeitsstätte zu erhalten und die Volkswirtschaft vor Verlusten zu bewahren.“
 
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