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Tipps & Service
Alles fließt...
Zum Kreisverkehr
pflegen wir Deutschen ein ambivalentes Verhältnis. In der Nachkriegszeit zahlreich gebaut, verschwanden die Kreisel ab Ende der 60er-Jahre fast gänzlich aus dem Straßenbild, erleben aber seit den 90ern eine Renaissance. Für einige Autofahrer bleiben sie jedoch ein Mysterium. Dabei bieten die Kreisel entscheidende Vorteile: Der Verkehrsfluss wird verbessert und – noch wichtiger – die Verkehrssicherheit erhöht. Die Geschwindigkeit wird reduziert, und da es im Kreisverkehr weniger Konfliktpunkte gibt als an Kreuzungen, passieren weniger Unfälle. Das beweist ein Beispiel aus dem Oberallgäu: An der Ampelkreuzung bei Oy-Mittelberg, wo sich B 309 und B 310 treffen, ereigneten sich binnen zwei Jahren 14 Unfälle mit 19 Verletzten. Um den Brennpunkt zu entschärfen, wurde ein Kreisverkehr eingerichtet. In den darauffolgenden Jahren passierten lediglich zwei Unfälle mit leichtem Sachschaden.
Brenzlig wird es
nach wie vor oft an innerorts gelegenen Kreiseln, an denen Fußgänger und Radfahrer unterwegs sind. Gegenseitige Rücksichtnahme und die Aufnahme von Blickkontakt ist dort die beste Unfallprävention. Verlässt ein Fahrzeug den Kreisel, muss geblinkt werden, und wie bei jedem anderen Abbiegevorgang haben Fußgänger Vorrang –beim Einfahren in den Kreisel dagegen nicht. Radfahrer auf am Kreisel entlang laufenden Radwegen haben dagegen auch Vorfahrt vor einfahrenden Autos. Regeln, die verwirren können. Der AvD appelliert an die kommunalen Verkehrsplaner, Zebrastreifen in den Zufahrtsstraßen anzulegen und die Kreisverkehre übersichtlich zu gestalten. Hohe Bäume oder große Findlinge haben in der Kreiselmitte nichts zu suchen.
Man sollte sich übrigens
keinesfalls verleiten lassen, flache Mittelinseln zu überfahren. Das ist verboten, und bei Gefährdung anderer wird ein Bußgeldvon 35 Euro fällig. Ausnahmen werden nur bei besonders langen Lkw, Bussen und Gespannen gemacht, die den Kreisel auf dem normalen Weg nicht durchfahren können.
AvD-Expertin: Sabine Götz
E-Mail: sabine.goetz@avd.de
E-Mail: sabine.goetz@avd.de
Quelle: AUTOtests/AvD