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Fahrbericht Ford Focus C-Max 2.0 TDCi DPF
Schnell mal sauber gespart
Für umweltbewusste Diesel-Fans hat Ford den C-Max mit Rußpartikelfilter im Programm - gegen Aufpreis. Für die Testfahrt wählten wir das Topmodell 2.0 TDCi DPF Ghia (25.635 Euro).
Mit und ohne
So ganz traut Ford dem Umweltbewusstsein der Kundschaft wohl nicht. Denn die Kölner bieten den Focus C-Max 2.0 TDCi mit und ohne Rußpartikelfilter an. Unterschied: 600 Euro und die Schadstoffnorm Euro 4. Die Euro-3-Norm des filterlosen Turbodiesel hat bei Neuwagen vom Gesetzgeber noch eine Galgenfrist bis Ende 2005. Spätestens dann müssen alle Dieselmotoren die strengeren Auflagen erfüllen. Es wird jedoch erwartet, dass Euro-4-Diesel mit Partikelfilter schon vorher in den Genuss einer Kfz-Steuer-Befreiung kommen werden. Insider spekulieren auf Mitte 2005.
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Reines Gewissen
Vom Partikelfilter ist in der Praxis nichts zu spüren. Auch der im Datenblatt ausgewiesene Mehrverbrauch - 0,2 Liter - ist nicht relevant. Der Ökozuschlag lässt sich durch vorausschauende Fahrweise locker wieder einsparen. Im Test pendelten die Werte zwischen 5,5 und acht Litern. Dann war der Kompaktvan aber auch schon flott auf der Autobahn unterwegs. 200 km/h Spitze sind möglich. Am wohlsten fühlt sich der Common-Rail-Vierzylinder bei mittleren Geschwindigkeiten. Dann hält sich der Sechzehnventiler auch akustisch zurück. Und er kann beim Zwischenspurt noch kräftig zusetzen. Bei 2.000 Umdrehungen wirft der 2,0-Liter-Motor 320 Nm Drehmoment auf die Kurbelwelle und eilt wie am Gummiband gezogen davon. 136 PS (100 kW) schaffen den Sprint von null auf 100 km/h in 9,6 Sekunden.
Spaß muss sein
Nach Opel und VW trat Ford als dritter deutscher Hersteller mit einem Kompaktvan in den Ring. Aber mit anderem Konzept: Während Rüsselsheim und Wolfsburg auf maximalen Nutzwert schielen, legen die Kölner ihr Augenmerk auf maximalen Fahrspaß. Der C-Max geht wie die Feuerwehr um die Ecken. Auch in Extremsituationen bleibt er so gutmütig, dass sich das serienmäßige Stabilitätsprogramm nur selten zu Wort meldet. Zum präzisen Fahrgefühl trägt auch die feinfühlige Lenkung bei. Das Fahrwerk ist straff, hält aber die schlimmsten Sünden der Straßenbauer vom Innenraum fern. Für den Fall der Fälle: Bremsassistent, ESP, Kopf-, Seiten- und adaptive Kopfairbags. Die Vordersitze wurden jüngst bei einer Crashserie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherer mit "gut" ausgezeichnet. Stolz ist Ford auch auf den Allergie getesteten Innenraum. Man riecht es. Weil es im Neuwagen eben nicht nach Lösungsmitteln stinkt.
Mehr Platz im Fond
Selbst wenn der C-Max auf Dynamik getrimmt wurde, kommt der Nutzwert nicht zu kurz. Der variable Laderaum schluckt zwischen 460 und 1.620 Liter. Allerdings verzichten die Kölner komplett auf eine dritte Sitzreihe. Ab der mittleren Ausstattungslinie Trend spendiert Ford ein besonders pfiffiges Rücksitzsystem. Dabei lässt sich der mittlere Platz nach hinten klappen. Wer dann die beiden äußeren Polster nach hinten zur Mitte schiebt, schafft für Beine und Schlutern ein fürstliches Platzangebot. Auch an Kopffreiheit herrscht kein Mangel. Wie es sich für einen Van gehört, genießen die Passagiere auf allen Plätzen eine gute Rundumsicht. Hochwertig anmutende Kunststoffe und dezenter Chromschmuck werten den Innenraum auf. Auch die Verarbeitungsqualität stimmt - so lange kein brandenburgisches Kopfsteinpflaster das Fahrwerk malträtiert. Schonungslos deckt der Fahrbahnbelag jede Schwachstelle der Verarbeitung auf: es rappelt etwas im Armaturenbrett. Das haben wir bei Testwagen anderer Hersteller jedoch schon schlimmer erlebt.
Alles passt
Typisch für die Ford-Modelle der letzten Jahre ist die perfekte Ergonomie. Schalter und Knöpfe sind logisch angeordnet. Mit traumwandlerischer Sicherheit findet die Hand den hoch platzierten Schalthebel. Im getesteten Topmodell Ghia (25.625 Euro) weicht der Handbremshebel eine elektronischen Handbremse, die über einen kleinen Knopf in der Mittelkonsole bedient wird. Ebenfalls serienmäßig: Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Licht- und Regensensor, Tempomat, Leichtmetallfelgen, elektrisch höhenverstellbarer Fahrersitz, Bordcomputer und weitere Nettigkeiten. Weil sich Ford bei Testwagen nicht lumpen lässt, ist auch ein Navigationssystem mit farbigem Touchscreen-Bildschirm (2.875 Euro) dabei. Das Navi arbeitet schnell und zielgenau. Leider wirkt die Grafik recht altbacken. Besonderer Clou: ein Multimedia-System (1.690 Euro ) für die hinteren Plätze. Mit DVD-Player, ausklappbarem LCD-Display im Dach und IR-Kopfhörern. Nicht nur Kinder sind davon auf langen Strecken begeistert.
Fazit: Der Focus C-Max 2.0 TDCi DPF ist stark, sparsam und so umweltfreundlich, wie ein modernes Auto eben sein kann. Eine praktische Kombination, die Ford mit einer ordentlichen Portion Fahrspaß würzt.
(12/04) mototype, Holger Schilp
| Allianz Autowelt Datenblatt |
Fahrzeug | Ford Focus C-Max 2.0 TDCi DPF |
Motor | 1.997 ccm, 4 Zylinder, Reihe (Turbo) |
Leistung | 100 kW (136 PS) |
Drehmoment | 320 Nm bei 2.000 U/min |
Fahrleistungen | 200 km/h, 0-100 km/h in 9,6 s |
Verbrauch | 5,8 Liter Diesel/100 km |
Schadstoffnorm | Euro 4 |
Gewicht/Zuladung | 1.491 kg leer, 500 kg Zuladung |
Abmessungen | 4.333 x 1.825 x 1.601 (LxBxH) |
Kofferraum | 460 Liter (max. 1.620 Liter) |
Basispreis | 25.625 Euro |
Stand 12/2004
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