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Kunststoffreparatur bei Kfz-Schäden ist möglich
Allianz Zentrum für Technik sieht erheblichen ökonomischen und ökologischen Nutzen. Mindestens 2.000 Tonnen Kunststoffmüll könnten pro Jahr vermieden werden, wenn durch Verkehrsunfälle leicht beschädigte Kunststoffteile von Fahrzeugen repariert statt ersetzt würden.
Allianz Versicherungs-AG, Ismaning bei München
Außerdem könnten für die Versicherer und damit für die Autofahrer jährlich Kosten in dreistelliger Millionenhöhe eingespart werden. Wie Dipl-Ing. Michael Weiland vom Allianz Zentrum für Technik (AZT), Ismaning bei München, versichert, sei dieser große ökonomische und ökologische Nutzen möglich, wenn - wie vom AZT immer wieder gefordert - die Kunststoffreparatur, wo immer sinnvoll und möglich, durchgeführt würde. Dies hätte zudem eine bessere Werkstattauslastung zur Folge.
Kunststoffreparatur an unfallbeschädigten Fahrzeugen von großer Bedeutung
Bei allen Fahrzeugen nimmt der Anteil an Kunststoffen ständig zu und damit auch die Entsorgungsproblematik. Die Kapazität der vorhandenen Recyclinganlagen, die zusätzliche Energieverbraucher darstellen, reicht bei weitem nicht aus. Daher ist das Thema Kunststoffreparatur an unfallbeschädigten Kraftfahrzeugen wichtiger denn je.
Das Allianz Zentrum für Technik beschäftigt sich damit seit Ende der 80er Jahre und hat Anwendungsversuche mit nahezu allen auf dem Markt erhältlichen Reparatur-Materialien und unterschiedlichsten Reparatur-Techniken durchgeführt. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse wurden mit den Herstellern besprochen. Diese wurden immer wieder - und letztlich mit Erfolg - aufgefordert, ihren Werkstätten die Freigabe der Kunststoffreparatur zu erteilen. Für 1997 plant das AZT zusätzlich eine umfangreiche Versuchsreihe mit Zeitstudien und Bilddokumentation als Grundlage für ein Handbuch, das Kfz-Werkstätten und Sachverständigen zur Verfügung gestellt werden soll.
Verbesserte Kunststoff-Reparaturmaterialien
Mittlerweile stehen dem Kfz-Handwerk neue und wesentlich verbesserte Kunststoff-Reparaturmaterialien zur Verfügung. Sie ermöglichen eine hochwertige und sichere Instandsetzung aller Kunststoffarten. Eine Identifikation des Kunststoffes ist dabei nicht mehr erforderlich. Es genügt, wenn der Reparateur das Material als flexibel, halbstarr oder starr einstuft; eventuell kann er sogar - je nach verwendetem Produkt - alle Kunststoffe mit einem einzigen Reparaturmaterial instand setzen. Es können sowohl Kratzer wie auch Risse und Löcher repariert sowie abgebrochene Befestigungselemente wieder angebracht werden.
Natürlich gebe es technische und wirtschaftliche Grenzen bei der Kunststoffreparatur, räumt AZT-Experte Michael Weiland ein: "Wenn sich die Form des Kunststoffteils verändert hat oder die Reparaturkosten über dem Ersatzteilpreis liegen, sollte von einer Instandsetzung angesehen werden." Bei Preisen von bis zu DM 1.000.- für einen Stoßfänger werde die Reparatur aber in sehr vielen Fällen wesentlich kostengünstiger ausfallen als der Einbau eines Neuteils.