Mobilität braucht Sicherheit
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Bei den allermeisten Crashtests im Allianz Zentrum für Technik werden Dummies eingesetzt. Bei Tests zum Thema Halswirbelsäule können sie Menschen allerdings noch nicht in jedem Fall ersetzen.
Allianz Versicherungs-AG, München
Vollständig werden Dummies – mit Messtechnik bestückte Versuchspuppen, an denen die Belastungen bei einem Unfall ermittelt werden können – den Menschen nicht ersetzen können. „Bei den Versuchen zum Thema Halswirbelsäule geht es um das persönliche Empfinden beim Aufprall – das werden uns Dummies niemals sagen können“, erklärt Unfallforscher Christian Deutscher vom Allianz Zentrum für Technik (AZT).
Nur ein kleiner Teil der Versuche mit Heckaufprall lässt sich derzeit mit speziellen, vom AZT mit entwickelten Puppen durchführen. Die Versuche des AZT mit Testpersonen sind auch eine unverzichtbare Basis für die Entwicklung von Dummies, die für Heckaufprallversuche geeignet sind.
Versuche verbessern Verkehrssicherheit
Bei fast allen anderen Themen der Unfallforschung, mit denen sich das AZT beschäftigt, ist das inzwischen möglich: Bei Frontalzusammenstößen für Tests von Airbags und Sicherheitsgurten genügt es beispielsweise, wenn Dummies auf Fahrer- und Beifahrersitz Platz nehmen. Viele Menschenleben konnten gerettet werden, weil das AZT die Einführung von Sicherheitsgurten und Airbags unterstützte und Richtlinien dafür festlegte. Insgesamt sitzen bei etwa 85 Prozent der Versuche im AZT Dummies im Auto.
Auch die Forschungen zum Heckaufprall dienen der Allgemeinheit: Ergebnis der neuesten Versuchsreihe sind Empfehlungen für Kopfstützen, die beim Heckaufprall Kopf und Halswirbelsäule von Fahrer und Beifahrer weitgehend unverletzt lassen – und das auch bei Geschwindigkeiten von weit über elf Stundenkilometern – das ist die derzeitige Höchstgeschwindigkeit für Heckaufprall-Simulationen mit freiwilligen Testpersonen im AZT.
Kein Verletzungsrisiko bei elf km/h
„Nach heutigen Erkenntnissen gibt es bei dieser Geschwindigkeit kein Verletzungsrisiko“, bestätigt Klaus Langwieder, Leiter des Institut für Fahrzeugsicherheit im GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) und Professor für Unfallforschung und Fahrzeugsicherheit, der auch mehrere europäische Forschungsprojekte betreut. „Im Rahmen der GDV-Unfallforschung arbeiten wir schon seit über zehn Jahren an der Verbesserung von Sitzen und Kopfstützen, entwickeln dazu internationale Standards und brauchen dazu Freiwilligenversuche. Nicht nur beim AZT oder bei uns, auch international sind elf Stundenkilometer allgemein als Geschwindigkeit für diese Versuche anerkannt, bei der praktisch nicht mit Verletzungen zu rechnen ist. Bei noch niedrigeren Geschwindigkeiten könnte man keine Erkenntnisse über den Bewegungsablauf beim Heck-Crash ziehen.“
Eine Einschränkung macht Langwieder: „Nur wenn die Halswirbelsäule der Testperson bereits geschädigt ist, dann könnte auch diese Geschwindigkeit Verletzungen verursachen“ – doch diese Gefahr hat das AZT durch sorgfältige medizinische Betreuung von vornherein ausgeschlossen. Die Vor- und Nachuntersuchungen sowie die Betreuung der Probanden während der Versuche lagen in den Händen von Ärzten der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Allianz.
Die freiwilligen Versuchspersonen stellen sich übrigens nicht wegen der bescheidenen Aufwandsentschädigung zur Verfügung: Die meisten von ihnen sind selbst an der Forschung beteiligt und interessieren sich dafür, wie sich so ein Aufprall anfühlt – sei es als Ärzte oder Medizinstudenten, sei es als Mitarbeiter im AZT. Auch Deutscher selbst hat an einem guten Dutzend solcher Versuche teilgenommen – und seine Halswirbelsäule ist nach wie vor in einwandfreiem Zustand.
 
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Kontakt für Presse
Christian Weishuber
Allianz Versicherungs-AG
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