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Wenn gestohlen, dann häufig mit Originalschlüssel
Die Ergebnisse einer Analyse des Allianz Zentrum für Technik (AZT) lassen einen hohen Betrugsanteil in Sachen Autodiebstahl vermuten. Pkw mit elektronischer Wegfahrsperre werden außerdem oft nur mit Hilfe des Originalschlüssels gestohlen.
Allianz Versicherungs-AG, München
841 der Allianz zwischen Mai 1999 und Mai 2000 gemeldete Diebstähle von Autos der Baujahre 1996 bis 2000 hat Deutschlands führender Kfz-Versicherer näher analysiert. „44 Prozent dieser Pkw mit elektronischer Wegfahrsperre wurden nachweislich unter Benutzung von Originalschlüsseln entwendet, in 37 Prozent der Fälle gab es keinen konkreten Hinweis auf Einsatz von Originalschlüsseln, in 17 Prozent waren Manipulation oder Betrug im Spiel, in 2 Prozent war der Diebstahl gescheitert“, fasst Dieter Anselm, Geschäftsführer des Allianz Zentrums für Technik (AZT), die Ergebnisse der Untersuchung zusammen.
Die Zahl der polizeilich erfassten Autodiebstähle ist dank der vom AZT geforderten und am Markt durchgesetzten Wegfahrsperren von 144.057 im Jahr 1993 auf 66.927 im Jahr 2000 zurückgegangen. Überwiegend handelte es sich um Fahrzeuge älterer Modelle ohne elektronische Wegfahrsperre.
Wegfahrsperre größtmöglicher Schutz
Obwohl auch Autos mit Wegfahrsperre gestohlen wurden, sei dieses Sicherungssystem nach wie vor der wirksamste technische Schutz gegen Autodiebstahl, betont Anselm: „In keinem von uns untersuchten Fall wurde die im Fahrzeug vorhandene Wegfahrsperre durch irgendwelche elektronischen Tricks zum Freischalten gebracht, allenfalls wurden bestimmte Teile gegen mitgebrachte, manipulierte Komponenten ausgetauscht – meist elektronische Steuereinheiten von Wegfahrsperren, aber auch die Motorelektronik.“
In der Regel waren die Autodiebstähle aber anders zu erklären. So waren in 17 Prozent der untersuchten 841 Fälle Manipulation, Betrug oder Betrugsversuch im Spiel. Die Dunkelziffer dürfte laut Anselm aber hoch sein.
Diebstahl oft mit Originalschlüsseln
In 44 Prozent der 841 vom Allianz Zentrum für Technik analysierten Diebstahlmeldungen erfolgte die Entwendung nach Auskunft von Dieter Anselm nachweislich mit Originalschlüsseln. Die Täter kamen in deren Besitz durch Einbruchdiebstähle in Gebäude (11 Prozent), durch normale Diebstähle (9 Prozent), Finden verlorener bzw. am oder im Auto zurück gelassener Schlüssel (5,5 Prozent), Unterschlagungen von Miet- und Vorführwagen (1,5 Prozent) und andere Begebenheiten (9 Prozent) sowie durch Trickdiebstahl und Raub (9 Prozent).
Der AZT-Geschäftsführer weist darauf hin, dass von den 841 gemeldeten Diebstählen von Autos mit elektronischer Wegfahrsperre 58 Prozent in Deutschland passierten, davon fast die Hälfte in den Postleitzahlgebieten 0 und 1, also in und um Berlin und in den Neuen Bundesländern, am wenigsten im PLZ-Bereich 8. 31 Prozent ereigneten sich in den östlichen Nachbarländern, angeführt von Ungarn und Polen, die übrigen 11 Prozent im west- und südeuropäischen Ausland.