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Risiko Fahrzeugbrand - Nur wenige Minuten Zeit für Insassen und Helfer
Solange das Feuer nicht den Innenraum eines Autos erreicht, ist in den ersten Minuten nach Brandausbruch Rettung möglich und für den Helfer in der Regel ungefährlich. Das haben Untersuchungen des Allianz Zentrums für Technik (AZT) ergeben. "Unsere Versuche haben gezeigt, dass erst nach etwa sechs Minuten - mit Durchbruch der Flammen in die Fahrgastzelle - Temperaturanstieg und Gaskonzentration lebensbedrohende Werte erreichten", betont AZT-Geschäftsführer Prof.-Dr. Ing. Dieter Anselm.
Allianz Versicherungs-AG, München
Prof. Anselm: "Aber erst wenn das Feuer den Innenraum erreicht, wird es lebensgefährlich".
Verbesserte Sicherheitsbestimmungen
Die aus vielen Filmen bekannten spektakulären Szenen, in denen Autos crashen oder Böschungen hinunterstürzen und dann innerhalb von Sekunden in Flammen stehen, seien nur unter Einsatz von Brandbeschleunigern bzw. Sprengstoff möglich. "Sie entsprechen nicht der Realität im normalen Unfallgeschehen", erklärt der Unfallforscher. Er weist darauf hin, dass bessere Sicherheitsbestimmungen ebenso zu einem deutlichen Rückgang der Fahrzeugbrände geführt hätten wie die Ablösung der Vergasermotoren durch Einspritzmotoren. Hauptursache seien heute technische Defekte. Die Statistik der Allianz zeige, dass zwei Drittel aller Brandschäden auf Autos entfallen, die mindestens sechs Jahre alt waren. Und drei Viertel aller Brände beschränkten sich auf nur einen Teil des Fahrzeugs.
Bei einer 1994 vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft durchgeführten Analyse von 204 schweren Autobahnunfällen habe sich ergeben, dass 29 Fahrzeuge in Brand geraten waren. Nur eine von 16 Personen, die dabei ums Leben gekommen waren, war infolge des Feuers gestorben. "Alle übrigen", so Anselm, "wurden durch die extreme Unfallschwere bereits bei der Kollision und damit vor Ausbruch des Brandes getötet."
Verhalten beim Fahrzeugbrand
Wenn ein Fahrzeugbrand z.B. aus technischen Gründen entsteht, entwickelt sich das Feuer langsam. Bei den Versuchen im Allianz Zentrum für Technik ging der Brand vom Motorraum aus. Mehr als fünf Minuten beschränkte er sich ausschließlich auf den Vorderwagen. Erst dann breitete er sich über den Lüfterbereich in die Fahrgastzelle aus. Schon vor den Flammen erreichte der Rauch den Innenraum. Temperatur und die Konzentration des hochgiftigen, aber unsichtbaren Kohlenmonoxids (CO) stiegen nach gut sechs Minuten auf lebensbedrohende Werte an, als das Feuer den Innenraum erfasste. "Das heißt, bis dahin wären Rettungsversuche möglich, Erfolg versprechend und für einen Helfer noch nicht mit einem erhöhten Risiko verbunden", fasst Prof. Anselm die Ergebnisse der AZT-Versuche zusammen.
Zum Löschen eines Autobrandes in den ersten Minuten nach seinem Entstehen gibt der Unfallforscher folgende Tipps: "Mit dem Handfeuerlöscher aus etwa ein bis zwei Metern in Windrichtung, von vorne nach hinten eine dichte, geschlossene Pulverwolke über den Brandherd legen. Bei Feuer im Motorraum die Motorhaube nicht öffnen, sondern nur entriegeln, dabei berücksichtigen, dass das Blech schon sehr heiß sein kann, dann durch den Spalt den Motorraum mit Löschpulver einnebeln."