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Tag der Automobilwirtschaft im AZT
Seit 35 Jahren forscht das Allianz Zentrum für Technik (AZT) im Bereich Kraftfahrzeugsicherheit. Am 20. Juni feierte das AZT dieses Jubiläum mit dem „Tag der Automobilwirtschaft“ – gemeinsam mit der Automobilindustrie und Pressevertretern. Am Monatsende übergibt Geschäftsführer Prof. Dieter Anselm die Leitung des AZT an seinen Nachfolger Dr. Christoph Lauterwasser.
Allianz Versicherungs-AG
München, 20. Juni 2007
München, 20. Juni 2007

„Der Geschäftsbereich Kraftfahrzeugtechnik des Allianz Zentrum für Technik ist ein wichtiges Verbindungsglied zwischen dem Autoversicherer Allianz und der internationalen Automobilindustrie,“ sagte Dr. Karl-Walter Gutberlet, Vorstand der Allianz Versicherungs-AG, in seiner Laudatio auf der Jubiläumsfeier in der Werkhalle des Instituts „denn es verknüpft die Schadenerfahrung der Allianz mit den technischen Ideen der Automobilwirtschaft.“
„Die Allianz hat mit dem Allianz Zentrum für Technik entscheidend zur Verbesserung der Verkehrsicherheit, zur Kostendämpfung bei Fahrzeugreparaturen und zur größeren aktiven und passiven Sicherheit von Fahrzeugen beigetragen.“ So das Resümee von Prof. Dr.-Ing. Dieter Anselm, Geschäftsführer des Allianz Zentrum für Technik, über 35 Jahre Kfz-Forschung im AZT. „Künftig liegen die Herausforderungen verstärkt im Spannungsfeld von Mensch und Maschine, also in den Möglichkeiten und Risiken der modernen Technologien.“
Gründung des Allianz Zentrum für Technik
Das Allianz Zentrum für Technik wurde vor 75 Jahren in Berlin als Materialprüfanstalt gegründet. In den 60er Jahren siedelte das Institut nach Ismaning bei München um. Als sich Anfang der 70er Jahre die Reparaturkosten bei Kraftfahrzeugschäden drastisch erhöhten und die Autoversicherung spürbar verteuerten, entschloss sich die Allianz Versicherungs-AG, dem AZT einen eigenen Geschäftsbereich Kraftfahrzeugtechnik anzugliedern. Dessen Initiator und Leiter, Prof. Dr.-Ing. Max Danner, begann mit seinen Mitarbeitern, Unfallschäden systematisch zu erforschen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie vermieden oder in ihren Auswirkungen begrenzt werden können.
Kosten sparen zum Vorteil der Kunden
Das AZT entwickelte beispielsweise die Abschnittsreparatur, setzte das System der teil- und Beilackierung durch, machte Vorschläge zur Ersatzteilgestaltung und Reparatursystematik und regte die Automobilindustrie unter anderem dazu an, Energie umwandelnde und reparaturfreundlichere Stoßfängersysteme und Längsträger zu konstruieren. „Unser Ziel war und ist es, Unfallreparaturkosten zu sparen, zum Vorteil unserer Kunden und für uns als Schadenversicherer – und zwar ohne Einbußen hinsichtlich Sicherheit, Qualität und Optik“, erklärt Anselm.
Die wissenschaftlichen Untersuchungen des AZT z.B. auf den Gebieten Sicherheitsgurt, Airbag, Kinderrückhaltesystem, Transport von Kindern mit dem Fahrrad, Hund im Auto, Motorradunfall, Autositze und Kopfstütze haben Risiken für die Verkehrsteilnehmer deutlich gemacht. Im Jahr 1993 entwickelte das AZT das Anforderungsprofil für die elektronische Wegfahrsperre. Seither geht die Zahl gestohlener Fahrzeuge Jahr für Jahr zurück, von mehr als 144.000 im Jahr 1993 auf unter 40.000. „Wir sehen uns hierbei immer als Partner der Automobilindustrie. Wir informieren die Hersteller nicht nur über die Gefahren, sondern machen immer auch konkrete Verbesserungsvorschläge und entwickeln entsprechende Richtlinien und Empfehlungen. Und die Industrie greift sie auf und setzt sie um – zur Verbesserung der Verkehrssicherheit, zum Vorteil für die Menschen“, betont Anselm.
Dieter Anselm beim "Tag der Automobilwirtschaft"im AZT: "Der Autofahrer steht im Blickpunktunserer Aktivitäten"
Risikoservice und -management
Risikoservice und Risikomanagement in größeren Zusammenhängen und im internationalen Rahmen bestimmen die Arbeit der letzten 10 Jahre im AZT. Im November 2006 stellte das AZT einen neuen Crashtest für Stoßfänger vor, der weltweit Standards setzen soll und der von einer Expertengruppe des Research Council for Automobile Repairs (RCAR) unter Leitung des AZT entwickelt wurde. Der Bumper-Test ist ein Crashtest für leichte Auffahrunfälle im Straßenverkehr mit niedrigen Geschwindigkeiten. Ziel ist es, dass künftig Stoßfänger bei allen Fahrzeugmodellen so ausgelegt werden, dass sie sich bei einem Unfall treffen und Stoßenergie wirkungsvoll abbauen, wodurch die Reparaturkosten um bis zu zwei Drittel niedriger ausfallen können.
Der Mensch im Mittelpunkt der Aktivitäten
Der neu gegründete Arbeitsbereich „Unfallforschung und Unfallverhütung“ untersucht neben der Wirkung unterschiedlicher technischer Faktoren, wie z.B. aktuelle Fahrassistenzsysteme, auch das Verhalten der Menschen im Straßenverkehr. „Damit lösen wir uns von rein technischen Aufgaben und stellen den Menschen, den Autofahrer verstärkt in den Blickpunkt unserer Aktivitäten“, erklärt Anselm.
Während der Feierlichkeiten informierte Prof. Dr.-Ing. Dieter Anselm, dass er Ende Juni 2007 die Geschäftsleitung an seinen Nachfolger Dr. Christoph Lauterwasser übergeben wird. Lauterwasser zu seinen zukünftigen Aufgaben: „Die dynamische Entwicklung bei Fahrerassistenzsystemen, bei den verwendeten Materialien und in der Fügetechnik, aber auch die gesellschaftlichen Veränderungen werden versicherungsseitig neue Herausforderungen bringen. Als Kompetenzzentrum der Allianz werden wir auch in Zukunft in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der Automobilwirtschaft an optimalen Lösungen für unsere gemeinsamen Kunden arbeiten.“