Mobilität braucht Sicherheit
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Steigende Zulassungszahlen bestätigen: Caravaning liegt im Trend. Vielfalt, Freiheit, Spontanität und Flexibilität. Das sind die großen Stärken des Caravaning. Ein komplett eingerichtetes Freizeitfahrzeug lädt zum Wochenendtrip, Kurzurlaub und natürlich zu den großen Ferien gleichermaßen ein. Moderne Freizeitfahrzeuge sind ganzjährig einsetzbar. So wird jedes Wochenende zum kleinen Urlaub vom Alltag.
Probieren geht über Studieren“ sagt der Volksmund. Aber manche Erfahrungen muss man nicht selbst machen. Deshalb unterstützen die Sicherheitsexperten des Allianz Zentrums für Technik (AZT) die wichtigsten Informationen und Tipps des CIVD (Caravaning Industrie Verband e.V.) für Einstieger:
Mieten
Ein Reisemobil oder einen Caravan muss man nicht gleich kaufen. Wer in die Urlaubsform Caravaning einsteigen will, kann auch mit einem Vermieter sprechen. Zahlreiche überregionale Vermieter und auch viele regionale Caravaning Fachhändler bieten eine große Fahrzeugauswahl. Wichtig ist eine rechtzeitige Buchung, da gerade zu den beliebten Ferienterminen die Reisemobile und Caravans bereits früh ausgebucht sind.
Fahrzeugkauf
Es gibt nicht nur erstklassige Neufahrzeuge, sondern auch viele gut erhaltene Gebrauchte. Klarer Vorteil eines Neufahrzeugs ist, dass es nach Form und Ausstattung genau nach Kundenwunsch ausgesucht wird.Beim Kauf eines gebrauchten Fahrzeugs müssen meist Kompromisse gemacht werden. Der eine zeigt in der Außenverarbeitung kleine Makel aber dafür ist die Innenausstattung top - und umgekehrt. So ist es letztlich nur eine Frage des Geldbeutels!
Beim Kauf gilt generell: Je kleiner das Fahrzeug umso mobiler ist es. Je größer umso komfortabler. Hier gilt es für den individuellen Anspruch die richtige Mischung zu finden. Entscheidend ist auch die Personenzahl und die Nutzungsart. Fahrzeuge, die auch im Winter genutzt werden sollen, müssen mehr Kriterien erfüllen als reine Sommerfahrzeuge.
Fahrzeugtypen
Caravans, Wohnmobile und mehr: Vor dem Kauf oder der Anmietung ist es sinnvoll die wichtigsten Fahrzeugtypen und deren Eigenschaften zu kennen. Wir haben diese für Sie zusammengetragen:
Caravans
Caravans unterscheiden sich vor allem durch ihr Innenleben, den sogenannten Grundriss. Es gibt zahlreiche Aufbauvarianten für Familien oder Paare in verschiedenen Größen- und Gewichtsklassen. Alle Caravans verfügen über Betten, Sitzgruppen und Küchenzeilen in verschiedenen Ausstattungsvarianten. Alle mit Ausnahme der kleinsten Modelle sind dazu noch mit einem Bad ausgestattet. Zwei weit verbreitete Grundrisse sind der klassische Paargrundriss mit einem Doppelbett oder zwei Einzelbetten im Bug und der typische Familiengrundriss mit einem Doppelbett im Bug und einem Etagenbett für Kinder im Heck.
Campingbus
Vielfältiger und auch schon rein äußerlich zu unterscheiden sind die unterschiedlichen Reisemobiltypen. Es beginnt beim Campingbus. Die klassischen Vertreter sind hier der VW California oder der Mercedes Marco Polo. Das charakteristische Klappdach, in dem zwei Schlafplätze untergebracht sind, macht die Fahrzeuge unverwechselbar. Darüber hinaus verfügen Campingbusse über eine Kühl- und Kochgelegenheit sowie über eine zum Bett umklappbare Sitzbank im Fond. Ein Bad ist nicht vorhanden.
Kastenwagen
Etwas größer und geräumiger präsentieren sich die Kastenwagen. Im Unterschied zum Campingbus ist hier auch ein Bad mit Toilette und Duschgelegenheit untergebracht. Alle anderen Einrichtungen wie Betten, Sitzgruppen und Küchenzeile sind komfortabler als im artverwandten Campingbus und ohne Umbauten zu benutzen. Sowohl Campingbusse als auch Kastenwagen eignen sich überwiegend für junge Paare.
Alkovenmobile
Die meistverbreiteten Vertreter des Reisemobils sind die sogenannten Alkovenmobile. Zwischen fünf und acht Meter Fahrzeuglänge und zwischen drei und zwölf Tonnen zulässigem Gesamtgewicht sind hier die vielfältigsten Grundrissvarianten zu finden. Ihren Namen tragen die Alkovenmobile aufgrund ihrer charakteristischen „Nase“ über dem Fahrerhaus. In diesem sogenannten Alkoven ist ein geräumiges Doppelbett für zwei Personen untergebracht.
Teilintegrierte
Äußerlich ähnlich, jedoch nicht so hoch und ohne die „Nase“ über dem Fahrerhaus, ist der Teilintegrierte. Vor allem für Paare gebaut, hält das teilintegrierte Reisemobil ein Doppelbett im Heck bereit und erspart seinen Besitzern das „Erklimmen“ des Alkovenbettes. Die Sitze im Fahrerhaus sind in der Regel drehbar, so dass sie im Wohnbetrieb in die Sitzgruppe (sogenannte „Dinette“) integriert werden. Dadurch wird das Fahrerhaus zum Teil in den Wohnbereich integriert, also „teilintegriert“.
Integrierte
Der König der Reisemobile ist der Integrierte. Äußerlich ist das Basisfahrzeug nicht mehr zu erkennen. Das integrierte Reisemobil ist mit einem komplett neuen Aufbau versehen, der rein für Reise- und Freizeitzwecke konzipiert ist. Das beginnt bei der großen Panoramascheibe im Cockpit, die einen herrlichen Ausblick auf die Landschaft erlaubt. Charakteristisch ist im Inneren das Hubbett über den Fahrersitzen, das zwei Personen Platz bietet. Das integrierte Reisemobil wird überwiegend von komfortbewussten Paaren benutzt, es finden sich aber auch Grundrisse, die für Familien geeignet sind.
Pick-Up-Wohnkabinen
Eine Sonderrolle unter den Freizeitfahrzeugen nehmen die Pick-Up-Wohnkabinen ein. Streng technisch gesehen, sind sie weder Wohnwagen noch Reisemobil jedoch verbinden sie in der Anwendung die Vorteile aus beiden Fahrzeugklassen. Ist die Wohnkabine abgestellt, genießt der Urlauber mit dem Pick-Up-Fahrzeug die Flexibilität eines Pkws. Für längere Aufenthalte an einem Urlaubsort ist dies ideal und für gewöhnlich eher ein Vorteil der Caravans. Ist die Wohnkabine aufgeladen, verfügt die Wohnkabine über die gleiche Kompaktheit und Autarkie wie ein Reisemobil und ist somit für Rundreisen bestens geeignet.
Beliebtes Zubehör
Erst das richtige Zubehör macht aus einem Freizeitfahrzeug das individuelle zu Hause auf Rädern. Ob Klimaanlage, Rückfahrkamera oder Internet on Board, in der langen Zubehörliste findet jeder das für ihn passendes Produkt. Am beliebtesten ist sicher das Caravanvorzelt oder beim Reisemobil die Markise. So wird der Raum vor dem Fahrzeug zur überdachten Terrasse oder zum Wohnzimmer. Ebenfalls sehr beliebt sind Fahrradträger und Satelittenfernsehen. Mit dem Drahtesel lässt sich prima die Region erkunden und der Fernseher hält einen über die Geschehnisse zu Hause auf dem Laufenden.
Campingplatz oder Reisemobilstellplatz
Caravaning wird erst mit der richtigen touristischen Infrastruktur zum reinen Urlaubsvergnügen. Die Campingplätze sind seit jeher der Kern dieser Infrastruktur. In den vergangenen Jahren hat sich das Angebot der europäischen Campingplätze enorm verbessert. Vom romantischen Stellplatz mitten in der Natur bis zur Clubanlage mit umfangreichen Freizeitangeboten findet jeder Camper den für Ihn passenden Platz. Die Spezialisierung auf bestimmte Zielgruppen wie Familien, Aktivsportler oder Ehepaare hält zunehmend Einzug und gewährleistet jedem Urlauber das passende Ambiente.
Parallel zu den Campingplätzen hat sich in den vergangenen 20 Jahren ein europaweites Stellplatzangebot speziell für Reisemobile entwickelt. Entstanden ist dieses Angebot aus den zum Teil unterschiedlichen Bedürfnissen von Caravan- und Reisemobilurlaubern. Während ein Caravanurlauber in der Regel längere Zeit an einem Ort verweilt und damit auf einem Campingplatz ideal aufgehoben ist, fährt der Reisemobilurlauber oftmals eine gesamte Region ab und bleibt dabei nur zwei bis drei Tage an einem Ort. Aus diesem Grund sind die technischen Einrichtungen der Reisemobile für ein höheres Maß an Autarkie ausgelegt als die von Caravans. Die Reisemobilstellplätze in Europa bieten daher geringere Infrastruktur aber höhere Flexibilität für Reisemobilurlauber. So ergänzen die über 3.300 Reisemobilstellplätze das Campingplatzangebot auf ideale Weise.
Wintercaravaning
Moderne Caravans und Reisemobile bieten auch bei eisigen Außentemperaturen viel Komfort und sind auch für einen Winterurlaub geeignet. Wer vorhat, auch die Winterfreuden im Freizeitfahrzeug zu genießen, muss schon vor der Anschaffung daran denken und auf ein paar wichtige Details achten. Genau so wichtig wie eine gute Isolierung ist die Leistungsfähigkeit der Heizung. Die warme Luft muss sich möglichst gleichmäßig im ganzen Fahrzeug-Innenraum verteilen. Wer es ganz warm und behaglich mag, für den hält die Industrie sogar Warmwasser- oder elektrische Heizungen im Fußboden bereit. Beim Reisemobil und auch bei Pkw und Caravan sind Winterreifen unverzichtbar. Schneeketten (vorher die Montage üben!) für das Zugfahrzeug sollten ebenso griffbereit im Kofferraum liegen. Auch ein Reisemobil benötigt die Traktionshilfen an der Antriebsachse, wenn es sicher durch Schnee fahren soll. Wer sich über die Wintertauglichkeit seines Fahrzeugs nicht ganz im Klaren ist, sollte für den Anfang nicht gleich einen Winterurlaub auf einem hochalpinen Platz planen. Lieber erst das Vergnügen im Schneetreiben bei einem Kurztrip am Wochenende ausprobieren.
 
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Christian Weishuber
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