Mobilität braucht Sicherheit
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Das Allianz Zentrum für Technik (AZT) stellt am 8. November als "Ort im Land der Ideen" einen neuartigen Crashtest vor: Dieser "Bumper-Test", ein Aufprallversuch für Stoßfänger, soll weltweit Standards setzen. Ziel ist es, Fahrzeugschäden bei typischen Auffahrunfällen deutlich zu reduzieren.
Allianz Versicherungs-AG
München, 8. November 2006
Als einer von "365 Orten im Land der Ideen" öffnete das Allianz Zentrum für Technik seine Pforten für Journalisten, die sich bei den AZT-Experten über deren Arbeit informieren wollten. Exklusiv für die Besucher stellte das AZT erstmalig in Deutschland den "Bumper-Test" vor.
Die meisten Auffahrunfälle ereignen sich im Stadtverkehr bei niedrigen Geschwindigkeiten. Die Folgen sind Fahrzeugbeschädigungen im Front- und Heckbereich. Schon in den 80-er Jahren hatte ein vom AZT entwickelter Reparaturcrashtest den Grundstein für die Senkung des Schadenumfangs bei einem typischen Stadtunfall gelegt.
Durch verbessertes Deformationsverhalten und die Durchsetzung reparaturfreundlicher Fahrzeugkonstruktionen konnten Schäden an der Fahrzeugstruktur verhindert und die Reparaturkosten bei verschiedenen Fahrzeugen um bis zu 50 Prozent gesenkt werden. Eine Entwicklung, von der die Versicherungswirtschaft und auch die Autofahrer profitierten. Der AZT-Reparaturtest ist der Standardtest für die Typklassen-Einstufung.
Der "Bumper-Test" simuliert den Aufprall auf eine andere Stoßstange
Mangelnde Kompatibilität der Stoßstangen
"Leider spiegeln sich die beim so genannten Strukturtest erzielten Verbesserungen nicht in gleichem Maße im realen Unfallgeschehen wider. Ursache ist die mangelnde Kompatibilität der Stoßfängersysteme, die bei leichten Auffahrunfällen im Stadtverkehr eigentlich Schäden an anderen Fahrzeugteilen verhindern sollten", erklärt Hartmuth Wolff, Leiter der Sicherheitsforschung Kraftfahrzeugtechnik im AZT.
Schmale und zu tief oder zu hoch angebrachte Querträger sowie zu starre Crashboxen führen stattdessen dazu, dass sich die Stoßfänger nicht treffen und die Aufprallenergie abbauen, sondern in die weichen Strukturen des Fahrzeugs abrutschen. Dort fügen sie dem gegnerischen Fahrzeug schwere Schäden zu, ohne selbst Stoßenergie aufzunehmen. Lampen, Kühler, Kotflügel, Kühlerhaube und Klimaanlagen-Kondensatoren werden zerstört, während die Stoßfängerstrukturen selbst nicht selten unbeschädigt bleiben. "Die Reparaturkosten können in diesen Fällen zwei- bis dreimal höher sein als bei Fahrzeugen, deren Stoßfänger sich gut treffen und nicht abrutschen", so Wolff.
"Bumper-Test" simuliert Interaktion der Stoßstangen
Bei bisherigen Tests wurden die Fahrzeuge gegen eine Crashwand gefahren. Der neue Test simuliert jetzt den typischen Auffahrunfall mit der Interaktion der jeweiligen Stoßstangen. Er kann nur dann bestanden werden, wenn das Fahrzeug ausreichend hohe, die Stoßfängerbarriere weitgehend überlappende Querträger besitzt, die über Energie aufnehmende Elemente mit der Fahrzeugstruktur verbunden sind.
Mit der Entwicklung des neuen Testverfahrens unter der Federführung des AZT will die Versicherungswirtschaft international dazu beitragen, eine Verbesserung zu erzielen. Künftig sollen Stoßfänger bei allen Fahrzeugmodellen so ausgelegt werden, dass sie sich bei einem Unfall treffen und Energie aufnehmen.
Hier ein Beispiel für ein gutes Verhalten
Illustratives Bild
Illustratives Bild
AZT ist Ort im Land der Ideen
"365 Orte der Ideen" nennt sich eine Aktion, bei der sich im Verlauf des Jahres jeden Tag ein ganz besonderer Ort in Deutschland der Öffentlichkeit präsentiert. Damit sind nicht Städte oder Dörfer im geografischen Sinn gemeint, sondern Orte, die Deutschlands Zukunftsfähigkeit und Innovationskraft widerspiegeln. Darunter finden sich private und öffentliche Institutionen, kulturelle Einrichtungen, Museen, soziale Projekte, Unternehmen und Forschungsstätten. Das Allianz Zentrum für Technik (AZT) wurde aus mehr als 1.200 Bewerbungen als einer der "365 Orte der Ideen" ausgewählt.
 
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