Motorrad Versicherung: Zuverlässiger Schutz für´s Zweirad

Autowelt - Fahrer auf Landstraße - Motorrad Versicherung
Autowelt - Testsiegel Focus Money Kfz-Versicherung

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Haftpflichtversicherung ist auch für Motorräder gesetzlich vorgeschrieben. 
    Optional können Sie zusätzlich eineTeilkasko- oder Vollkasko-Versicherung für Ihr Motorrad abschließen. Wählen Sie ausreichend hohe Deckungssummen, um Ihre wirtschaftliche Existenz nach einem Schadensereignis nicht zu gefährden.
  • Als sinnvolle Ergänzungen Ihrer Motorrad-Versicherung kommen neben einem Schutzbrief und einer Auslandsversicherung auch Rechtsschutz-, Berufsunfähigkeits- und Unfallversicherung in Betracht. 
  • Ein Saisonkennzeichen gestattet die Fahrzeugnutzung kostensparend für zwei bis elf Monate eines Kalenderjahres. 
  • Die Versicherungsprämie einer Motorradversicherung orientiert sich an Motorklasse und Regionalklasse, berücksichtigt aber auch Faktoren wie Jahresfahrleistung und persönliche Daten von Versicherungsnehmers und berechtigten Fahrern. 
  • Mit unseren Spartipps zeigen wir Ihnen, wie Sie Ihre Versicherungsprämie optimieren können. 
  • Vor dem Abschluss einer Motorrad-Versicherung sollten Sie Ihren persönlichen Versicherungsbedarf klären und einen sorgfältigen Preis-Leistungs-Vergleich durchführen. 
  • Neben dem ordentlichen Kündigungsrecht einer Motorrad-Versicherung steht Ihnen in bestimmten Fällen auch ein Sonderkündigungsrecht zu. 

Anfang 2017 waren in Deutschland laut Kraftfahrt-Bundesamt mehr als 4,3 Millionen Krafträder zugelassen - mit seit Jahren kontinuierlich steigender Tendenz. 

Eine Haftpflichtversicherung ist auch für Motorräder gesetzlich vorgeschrieben. Aber auch weitere Versicherung wie Teilkasko, Vollkasko und Schutzbrief können für Sie sinnvoll sein. 

Wenn Sie Ihre Motorrad-Versicherung wechseln möchten, dann sollten Sie über Ihre ordentlichen und außerordentlichen Kündigungsrechte informiert sein. 

Autowelt - trennstrich_950x3

Ist die Motorrad Versicherung gesetzlich vorgeschrieben?

Die Motorrad-Haftpflichtversicherung ist eine Pflichtversicherung. Optional kann eine zusätzliche Teilkasko oder Vollkasko abgeschlossen werden.

Leistungen der Motorrad-Haftpflichtversicherung

Die gesetzlich vorgeschriebene Motorrad-Haftpflichtversicherung ersetzt Schäden, die Sie anderen Verkehrsteilnehmern zugefügt haben. Die Haftpflichtversicherung kommt für Sach-, Personen- und Vermögensschäden auf, die Sie bei einem Verkehrsunfall anderen Verkehrsteilnehmern zufügen. 

Die gesetzlichen Mindest-Deckungssummen in der Motorrad-Haftpflichtversicherung betragen 

  • 7,5 Mio. Euro für Personenschäden,
  • 1,22 Mio. Euro für Sachschäden und
  • 50.000 Euro für reine Vermögensschäden. 

(Stand Dezember 2018, siehe Anlage zu § 4 Absatz 2 Pflichtversicherungsgesetz, PflVG). 

Da diese Schadengrößenordnung bei einem Verkehrsunfall leicht überschritten werden kann, werden in der Versicherungspraxis regelmäßig weit höhere Deckungssummen vereinbart. 

Bedenken Sie, dass sich die Kosten für medizinische Leistungen sowie möglicherweise lebenslange Zahlungen wegen Invalidität zu großen Summen addieren können – gerade auch dann, wenn mehrere Personen bei einem von Ihnen verschuldeten Unfall geschädigt wurden. Bei niedrigeren Versicherungssummen laufen Sie als Unfallverursacher Gefahr, für entstandene Schäden mit Ihrem persönlichen Vermögen haften zu müssen. 

Üblich sind daher Deckungssummen einer Motorrad-Haftpflichtversicherung von 
100 Millionen Euro für Personen-, Sach- und Vermögensschäden.

Dabei erfolgt regelmäßig eine vertragliche Begrenzung der Versicherungsleistungen je geschädigter Person (beispielsweise auf 15 Millionen Euro). 

Diese erhöhten Deckungssummen, die bereits für einen geringen Prämienaufschlag erhältlich sind, reichen in aller Regel aus, um bei einem Verkehrsunfall entstandene Schäden vollständig auszugleichen. 

Autowelt - trennstrich_950x3
Autowelt - Icon Motorrad Teilkasko

Motorrad: Teilkasko und Vollkasko

Eine Kaskoversicherung ersetzt Schäden am eigenen Motorrad. Die Versicherungsgesellschaft übernimmt in der Kasko-Versicherung die Kosten bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswerts.

Eine gesetzliche Vorgabe zu Leistungen und Deckungssummen existiert nicht. Deshalb ist ein sorgfältiger Preis-Leistungs-Vergleich in der Kaskoversicherung besonders wichtig

Motorrad-Teilkasko

Wenn Sie Ihr Motorrad gegen Schäden versichern wollen, um damit für finanzielle Risiken von Unfällen, Unwetter oder Diebstahl vorzusorgen, dann können Sie eine Teilkasko-Versicherung abschließen. 

Die Motorrad-Teilkasko-Versicherung schützt vor finanziellen Schäden durch 

  • Entwendung des Motorrads oder von Motorradteilen (Raub und Diebstahl), 
  • Naturgewalten wie Sturm, Blitzschlag, Hagel, Überschwemmung, Lawinen, Erdrutsch, Erdsenkung,
  • Glasbruch, 
  • Brand-, Schmor- und Explosionsschäden,
  • Tierbiss sowie 
  • Zusammenstöße mit Tieren

Motorrad-Vollkasko

Eine Vollkaskoversicherung schützt vor den finanziellen Folgen folgender Schadensereignisse: 

  • alle Teilkasko-Schäden 
  • Schäden am eigenen Motorrad unabhängig vom Verschulden,
  • vorsätzliche Beschädigungen durch Dritte (Vandalismus). 

Unfallschäden, die von einem nicht mehr zu ermittelnden Unfallgegner verursacht wurden (zum Beispiel bei Fahrerflucht des Unfallgegners), 

Die einen umfassenden Versicherungsschutz bietende Vollkasko-Versicherung ist meistens mit einer hohen Versicherungsprämie verbunden. Daher lohnt sich der Abschluss einer Vollkasko-Versicherung in der Regel insbesondere bei neuen oder teuren Motorrädern sowie bei geleasten Fahrzeugen, Oldtimern, Spezialfahrzeugen und Sondermodellen

Aber auch bei älteren Motorrädern kann eine Vollkasko-Versicherung sinnvoll sein, um sicherzustellen, dass größere Schäden bei selbstverschuldeten Unfällen finanziell ausgeglichen werden. 

Wie hoch sollte die Selbstbeteiligung sein?

Bei einer Motorrad-Versicherung besteht regelmäßig die Möglichkeit eines Vertragsabschlusses mit oder ohne Selbstbeteiligung. Bei Vereinbarung einer Selbstbeteiligung zahlt die Versicherung in jedem Schadensfall einen Schadensausgleich abzüglich des Selbstbehalts. 

  • Für Teilkasko-Versicherungen werden beispielsweise Verträge mit Selbstbeteiligungen in Höhe von 150 Euro, 300 Euro und 500 Euro angeboten.
  • Wer eine Vollkasko-Versicherung abschließt, der kann üblicherweise zwischen verschiedenen Kombinationen aus Selbstbeteiligungen für den Teilkasko-Versicherungsanteil und für die darüber hinausgehenden Vollkasko-Leistungen wählen. 


Tipp:
Häufig wird bei einer Vollkasko-Versicherung eine Selbstbeteiligung von 150 Euro für Teilkaskoschäden und von 300 Euro für Vollkaskoschäden vereinbart. 

Autowelt - trennstrich_950x3

Sinnvolle Ergänzungen zur Motorrad-Versicherung

Schutzbrief

Ein Schutzbrief enthält wichtige Zusatzbausteine für Ihre Motorrad-Versicherung. Zu den mit einem Schutzbrief verbundenen Leistungen zählen 
• Pannen- und Unfallhilfen (unter anderem: Unterstützung am Unfallort, Bergen, Abschleppen, Fahrzeugabholung bei Fahrerausfall) sowie 
• weitere Service-Leistungen (zum Beispiel: Krankenrücktransport, Unterstützung bei der Beschaffung von Ersatzschlüsseln oder beim Ersatz von Reisedokumenten). 

AuslandsSchadenSchutz

Wenn Sie mit dem Motorrad in das Ausland reisen, dann ist die Ergänzung Ihrer Motorrad-Versicherung um einen Auslandsversicherungsschutz sinnvoll. 

Im Ausland werden oft deutlich geringere Schadenersatz-Leistungen bei Verkehrsunfällen gezahlt. Ein Motorrad-Auslandsversicherungsschutz stellt sicher, dass Sie bei einem unverschuldeten Motorrad-Unfall so gestellt werden, als hätte der Unfallgegner eine Motorrad-Haftpflichtversicherung nach in Deutschland üblichen Bedingungen abgeschlossen. 

Zudem entfällt für Sie die komplizierte Durchsetzung von Schadenersatzansprüchen im Ausland. Vielmehr machen Sie Ihre Ersatzansprüche im Schadensfall gegenüber Ihrer deutschen Motorrad-Versicherungsgesellschaft geltend. 

Auslandsversicherungsschutz bieten Versicherungsgesellschaften in der Haftpflicht- und in der Kasko-Versicherung an. Es können sowohl Risiken im europäischen abgedeckt werden. 

Der Auslandsversicherungsschutz umfasst den finanziellen Ausgleich aller Ansprüche, die sich auch von einer deutschen Haftpflichtversicherung abgedeckt werden, wie zum Beispiel 

  • Wertminderung Ihres Motorrads,
  • Mietwagen-Kosten,
  • Nutzungsausfall und
  • Schmerzensgeld. 

Von Versicherungsgesellschaften unterhaltene Notruf-Services

  • unterstützen bei Sprachproblemen im Ausland,
  • informieren über Möglichkeiten zur medizinischen Versorgung vor Ort und
  • benachrichtigen auf Wunsch nahestehende Personen. 


Differenzkaskoversicherung

Wenn Sie ein Motorrad leasen möchten, dann sollten Sie den Abschluss einer sogenannten Differenzkaskoversicherung in Erwägung ziehen. Bei Wahl dieses Versicherungsbausteins ersetzt Ihnen die Versicherung bei Diebstahl, Motorrad-Verlust oder Totalschaden den Differenzbetrag zwischen dem zum Leasingvertragsende kalkulierten Motorrad-Restwert und dem tatsächlichen Wiederbeschaffungswert des Motorrads. 

Berufsunfähigkeits- oder Unfallversicherung

Wer regelmäßig Motorrad fährt, der sollte auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, um in der Folge eines Motorrad-Unfalls entstehende Einkommensverluste auszugleichen. Kommt eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht in Betracht, so bietet eine Unfallversicherung einen näherungsweise guten Schutz. 

Rechtsschutzversicherung

Bei Streitigkeiten im Straßenverkehr ist die Rechtslage oft nicht eindeutig. Eine separate Rechtsschutzversicherung, die für die Kosten Ihrer rechtlichen Vertretung in einem Streitfall aufkommt, ergänzt daher die Motorrad-Versicherung in sinnvoller Weise. 

Autowelt - trennstrich_950x3
Autowelt - Icon Motorrad Saisonkennzeichen

Motorrad-Versicherung und Saisonkennzeichen

Viele Motorrad-Fahrer nutzen ihr Fahrzeug witterungsbedingt nur in der Frühlings- und Sommerzeit und entscheiden sich daher für ein Saisonkennzeichen. Ein Saisonkennzeichen gestattet die Nutzung eines Motorrads für einen Zeitraum zwischen zwei und elf Monaten im Kalenderjahr

  • Dementsprechend ist ein Saisonkennzeichen preiswerter als ein Ganzjahres-Motorrad-Versicherung, da geringere Versicherungsprämien und auch nur zeitanteilig Kfz-Steuer anfallen.
  • In den Monaten der Nichtnutzung des Motorrades ist bei Verwendung eines Saisonkennzeichens eine Abmeldung (und spätere Wieder-Anmeldung) nicht erforderlich.
  • Außerhalb der Gültigkeitsdauer des Saisonkennzeichens („Ruhezeit“) darf das Motorrad weder im öffentlichen Verkehrsraum bewegt noch dort abgestellt werden.
  • Ein Versicherungsschutz besteht auch in der Ruhezeit (Ruheversicherung) – beispielsweise für den Fall, dass Öl aus einem abgestellten Motorrad ausläuft und daraus entstehende Umweltschäden beseitigt werden müssen.
  • Ein Erfordernis zur Kündigung der Versicherung besteht zum Ablauf der Gültigkeit des Saisonkennzeichens nicht. Eine Kündigung der Motorrad-Versicherung ist wie bei einer Ganzjahresversicherung nur zum Haupttermin (1. Januar) oder zu einem vertraglich vereinbarten abweichenden Termin im Kalenderjahr möglich. 


Tipp:
Das Saisonkennzeichen muss eine Gültigkeitsdauer von mindestens sechs Monaten aufweisen, damit Ihnen das entsprechende Kalenderjahr für die Einstufung in eine höhere SF-Klasse angerechnet wird. 

Autowelt - trennstrich_950x3

Kosten: So berechnet sich der Tarif einer Motorrad-Versicherung

Verschiedenste Faktoren beeinflussen die individuelle Beitragshöhe einer Motorrad-Versicherung. Auf einige dieser Faktoren haben Sie als Versicherungsnehmer Einfluss, andere können Sie hingegen kaum beeinflussen. 

Motorleistung

Die Beitragshöhe in der Motorrad-Versicherung wird maßgeblich von der Motorleistung (Hubraum) eines Motorrads bestimmt. Für die Berechnung einer Motorrad-Versicherungsprämie ist die Unterscheidung zwischen Motorrädern im engeren Sinn und Kleinkrafträdern von Bedeutung. 

Motorrad

Das klassische Kraftrad (Krad) ist das Motorrad. Gemäß EU-Richtlinie 2002/24/EG und Fahrzeug-Zulassungsverordnung von 2011 sind Krafträder 
alle zweirädrigen Kraftfahrzeuge (mit und ohne Beiwagen) 
mit einem Hubraum oberhalb von 50 Kubikzentimetern und  einer Höchstgeschwindigkeit von über 45 km/h. 

Kleinkraftrad

Als Kleinkrafträder gelten motorisierte Zweiräder oder Dreiräder mit einer Motorleistung bis zu 4 kW, einem Hubraum bis 50 Kubikzentimeter und einer bauartbedingten Maximalgeschwindigkeit von höchstens 45 km/h. Zu den Kleinkrafträdern gehören 

  • Mofa (Fahrrad mit Hilfsmotor, Höchstgeschwindigkeit bis zu 25 km/h), 
  • Leichtmofa (Mofa mit maximal 0,5 kW Leistung und höchstens 30 Kubikzentimetern Hubraum), 
  • Moped (mit Start-Pedale und Rücktrittbremse), 
  • Mokick (Kleinkraftrad mit Kickstarter) sowie 
  • Motorroller (mit Bodenblech ausgestattetes und ohne Knieschluss gefahrene Motorrad-Sonderbauart). 
  • Dreirädrige Kleinkrafträder dienen vornehmlich Transportzwecken. 

Für die unterschiedlich stark motorisierten Krafträder und Kleinkrafträder stehen verschiedene Motorrad-Versicherungen bereit. Für schwächer motorisierte Krafträder, die der Versicherungskennzeichen-Pflicht unterliegen, bieten Versicherer prämiengünstigere Mopedversicherungen an. Tipp: Das bei Kleinkrafträdern erforderliche Versicherungskennzeichen, das alljährlich zum 1. März erneuert werden muss, erhalten Sie bei Ihrer Motorrad-Versicherung. Ein Anmeldung Ihres Kleinkraftrads bei der Zulassungsstelle ist jedoch nicht erforderlich. 

Regionalklassen

Die Eingruppierung des Zulassungsbezirks bzw. Wohnortes des Motorrad-Halters in eine Regionalklasse orientiert sich an der Unfallwahrscheinlichkeit in der betreffenden Region (Anzahl und der Schwere von Unfällen sowie Höhe der Kosten, die der Versicherung durch diese Unfälle in der Vergangenheit entstanden sind). 

Nutzungsdauer

Der Termin der Erstzulassung eines Motorrades ist ebenfalls tariferheblich - insbesondere hinsichtlich einer befristeten Regelung zur Neuwert-Entschädigung. 

Datum der Fahrerlaubnis und Alter des Versicherungsnehmers

Wegen eines statistisch größeren Unfallrisikos berechnen Versicherungen bei jüngeren oder noch vergleichsweise unerfahrenen Versicherungsnehmern höhere Versicherungsprämien. 

Jährliche Fahrleistung

Je höher die im Versicherungsvertrag angegebene jährliche Fahrleistung, desto höher ist die zu zahlende Versicherungsprämie. 

Nutzungsart

Versicherungstarife unterscheiden ferner zwischen privater und gewerblicher Nutzung von Kraftfahrzeugen. 

Autowelt - trennstrich_950x3

Spartipps für Ihre Motorrad-Versicherung

Einige der beitragserheblichen Faktoren, die sich auf die Beitragshöhe auswirken, können Sie als Versicherungsnehmer beeinflussen und dadurch Ihre Versicherungsprämie günstiger gestalten.  Versicherungsunternehmen gewähren bei Einhaltung bestimmter Voraussetzungen Beitragsrabatte

Selbstbehalt

Die Vereinbarung eines Selbstbehalts, den der Versicherungsnehmer je Schadensfall selbst trägt, ist eine der wichtigsten Möglichkeiten zur Verringerung des Versicherungsbeitrags. Die Höhe der auswählbaren Selbstbehalte liegt oft bei 300 oder 500 Euro. Die Versicherung übernimmt die Zahlung für denjenigen Teil der Schadenssumme, der oberhalb des vereinbarten Selbstbehalts liegt. 

Saisonkennzeichen

Ein Saisonkennzeichen ist deutlich preisgünstiger als eine ganzjährige Motorrad-Versicherung, da Sie Versicherungsbeiträge und Steuern nur für den von Ihnen ausgewählten Zeitraum der Zulassung zahlen. 

Zugelassener Fahrerkreis

Sind nur erfahrene Motorradfahrer vertragsgemäß zum Führen eines Motorrades berechtigt, so wird gewöhnlich ein Beitragsnachlass gewährt, da die Versicherung dann von einem geringeren Unfallrisiko ausgeht. Halten Sie daher den berechtigten Fahrerkreis möglichst klein, um Versicherungskosten einzusparen.

Fahranfänger: Motorrad-Versicherung über die Eltern

Für Fahranfänger besteht eine Möglichkeit zur Kosteneinsparung darin, dass die Eltern das Motorrad als Zweitfahrzeug anmelden und der Fahranfänger in der Versicherung als Fahrer angegeben wird. 

Jährliche Beitragszahlung

Eine jährliche Beitragszahlung bedeutet für die Versicherungsgesellschaft einen reduzierten Verwaltungsaufwand gegenüber mehreren Teilzahlungen innerhalb eines Versicherungsjahres, den sie bei der Prämienberechnung berücksichtigt. 

Günstige Schadenfreiheitsklasse durch unfallfreies Fahren

Wer unfallfrei Motorrad fährt, der steigt im Laufe der Jahre in eine immer günstigere Schadenfreiheitsklasse auf. Mit einer günstigen SF-Klasse ist ein Rabatt auf die Versicherungsprämie verbunden (Schadensfreiheitsrabatt, SF-Rabatt). Wird die Motorrad-Versicherung in Anspruch genommen, dann erfolgt im Normalfall eine Rückstufung in eine schlechtere SF-Klasse.  Eine sehr günstige SF-Klassen-Einstufung in der Vollkasko-Versicherung kann dazu führen, dass die Vollkasko-Versicherung eine niedrigere Prämie aufweist als eine Teilkasko-Absicherung. 

Tipp: 
Häufig ist es vorteilhaft, kleinere Schäden nicht über die Versicherung abzuwickeln, um eine Rückstufung zu vermeiden und den vorhandenen Beitragsrabatt zu schonen. 

Viele Versicherungen bieten ihren Versicherungsnehmern an, einen Schaden zunächst nur vorläufig über die Versicherung abzuwickeln. Nachdem die Schadenshöhe exakt feststeht, kann der Versicherungsnehmer innerhalb eines bestimmten Zeitraums (zum Beispiel innerhalb von 12 Monaten) entscheiden, ob er die Schadenersatzleistung an die Versicherung zurückerstattet, um eine Rückstufung zu vermeiden. 

Hinweis: Die Eingruppierung in eine Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) ist nur für die Motorrad-Haftpflicht- und die Vollkasko-Versicherung von Bedeutung. In der Teilkasko-Versicherung erfolgt keine Einstufung in Schadenfreiheitsklassen, da die von der Teilkasko-Versicherung abgedeckten Schadensfälle auf externen Einflüssen beruhen, auf die der Versicherungsnehmer keinen Einfluss hat.

Autowelt - trennstrich_950x3

Was Sie beim Abschluss der Motorrad-Versicherung beachten müssen

Bevor Sie eine Motorrad-Versicherung abschließen, sollten Sie vorab Ihren persönlichen Versicherungsbedarf möglichst genau klären und auf dieser Basis einen sorgfältigen Preis-Leistungs-Vergleich unter verschiedenen Angeboten vornehmen. 

  • Wählen Sie ausreichend hohe Deckungssummen, um Ihre wirtschaftlichen Existenz im Schadensfall nicht zu gefährden.
  • Achten Sie darauf, dass auch Zusatz- oder Sonderausstattungen Ihres Motorrads ausreichend versichert sind. 
  • Falls Sie Ihr Motorrad mit einem Kredit finanziert haben, so sollten Sie eine Vollkaskoversicherung abschließen, die die Kreditkosten bei Verlust oder Totalschaden des Fahrzeugs abdeckt.
  • Achten Sie beim Abschluss einer Teilkaskoversicherung darauf, dass die Motorrad-Versicherung auch bei einem Schaden zahlt, der von ihnen grob fahrlässig verursacht wurde. Der Verzicht der Versicherung auf einen Haftungsausschluss bei grober Fahrlässigkeit muss ausdrücklich im Versicherungsvertrag geregelt werden.
  • Insbesondere dann, wenn Sie Ihr Motorrad öfters im Freien abstellen und zudem in einer Bergregion oder in Hangnähe wohnen, so sollten Sie Wert darauf legen, dass Ihre Teilkasko-Versicherung auch Elementarschäden durch Schnee-, Schlamm- und Gesteinslawinen abdeckt.
  • Bei Zusammenstößen mit Tieren leisten Teilkasko-Versicherungen oft nur bei Haarwild-Unfällen. Wählen Sie einen erweiterten Tier-Unfallschutz, der Sie auch bei Zusammenstößen beispielsweise mit Pferden oder Kühen schützt. Ein solcher erweiterter Schutz ist insbesondere für Motorradfahrer von Bedeutung, die Touren über Land durchführen wollen. 

Autowelt - trennstrich_950x3

Die Kündigung der Motorrad-Versicherung

Ordentliche Kündigung


Die ordentliche Kündigung einer bestehenden Motorrad-Versicherung ist gewöhnlich mit einer Frist von einem Monat zum vereinbarten Vertragsablauf möglich. 

Beispiel:

  • Ablauf der Motorrad-Versicherung zum 1. Januar des Folgejahres.
  • Bei einer Kündigungsfrist von einem Monat muss das Kündigungsschreiben bis zum 30. November des laufenden Jahres bei der Versicherung eingegangen sein. 


Tipp:
Den Termin des Vertragsablaufs entnehmen Sie dem Versicherungsschein oder der letzten Beitragsrechnung. 


Sonderkündigungsrecht

In folgenden Fällen haben Sie darüber hinaus ein Sonderkündigungsrecht: 

1. Eingeschränktes Sonderkündigungsrecht nach Beitragserhöhung
Bei bestimmten Beitragserhöhungen durch den Versicherer können Sie ein Sonderkündigungsrecht innerhalb eines Monats nach Erhalt der Ankündigung der Prämienerhöhung geltend machen: 

  • bei gleichbleibenden Leistungen
  • bei verbesserter SF-Klasse nimmt der Versicherer nur eine unterproportionale Beitragssenkung vor. 


Das Sonderkündigungsrecht wegen Beitragserhöhung ist allerdings eingeschränkt. Es gilt nicht 

  • bei Änderung der Regionalklasse aufgrund Umzugs des Versicherungsnehmers
  • bei Inkrafttreten neuer gesetzlicher Vorschriften. 



Sonderkündigungsrecht nach Schadensregulierung

Nach einer Schadensregulierung haben sowohl der Versicherungsnehmer als auch das Versicherungsunternehmen ein einmonatiges Sonderkündigungsrecht. 


Tipp:
Sie sollten eine bestehende Motorrad-Versicherung erst dann kündigen, wenn Ihnen die Versicherungszusage eines anderen Versicherungsunternehmen vorliegt. 


Sofortige Kündigung bei Fahrzeugwechsel und Fahrzeug-Stilllegung


Bei einem Fahrzeug-Wechsel oder einer Fahrzeug-Stilllegung können Sie eine bestehende Motorrad-Versicherung sofort kündigen, ohne eine Kündigungsfrist einhalten zu müssen. 

Autowelt - trennstrich_950x3

Ist eine Rabattübertragung bei der Motorradversicherung möglich?

Die Übertragung eines SF-Rabatts erfolgt auf Antrag des bisherigen Inhabers des SF-Rabatts bei seiner Versicherung.

Der individuelle Schadensfreiheitsrabatt beruht auf der Dauer der schadenfreien Zeit. SF-Rabatte sind deshalb grundsätzlich personengebunden und werden nur in bestimmten Einzelfällen auf andere Personen übertragen

Eine Anrechnung der schadenfreien Zeit wird von Versicherungen zugelassen zwischen 

  • Ehepartnern,
  • Lebenspartnern, die in einer häuslichen Gemeinschaft leben,
  • Eltern und Kindern,
  • Schwiegereltern und Schwiegerkindern,
  • Geschwistern,
  • Großeltern und Enkeln sowie
  • von einem Unternehmen auf eine Privatperson. 


Die SF-Rabatt-Übertragung setzt die regelmäßige Nutzung des Motorrads durch den bisherigen Inhaber einer SF-Klasse voraus. 

Eine schadenfreie Zeit wird nur für denjenigen Zeitraum angerechnet, in dem der Begünstigte einer SF-Rabatt-Übertragung im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis war. 

Autowelt - trennstrich_950x3

Welche Bedeutung hat die elektronische Versicherungsbestätigung? Wie beantrage ich eine evB-Nummer?

Die elektronische Versicherungsbestätigung (eVB), die aus einer siebenstelligen Buchstaben und Zahlen-Kombination besteht, wird für die Zulassung eines Motorrads benötigt. Die Ausstellung einer eVB erfolgt durch die Versicherung, nachdem der Versicherungsnehmer den Versicherungsantrag gestellt hat. 

Ist die „Grüne Versicherungskarte“ noch von Bedeutung?

Die Grüne Versicherungskarte („Internationale Versicherungskarte für den Kraftverkehr“) dient im Ausland als Nachweis einer bestehenden Motorrad-Haftpflichtversicherung.

Bei Reisen innerhalb der Europäischen Union und in einigen weiteren europäischen Ländern ist die Grüne Versicherungskarte grundsätzlich nicht erforderlich. 
Dennoch wird insbesondere bei Reisen nach Italien die Mitnahme einer Grünen Versicherungskarte empfohlen. 

Das Mitführen der Grünen Versicherungskarte ist in nachfolgenden Ländern zwingend erforderlich

  • Bosnien-Herzegowina, Serbien, Montenegro, Mazedonien, Albanien
  • Russland, Weißrussland, Ukraine, Moldawien
  • Türkei 


In einigen Staaten wird die Grüne Versicherungskarte als Versicherungsnachweis nicht anerkannt

  • Kosovo 
  • Tunesien, Marokko 
  • Israel
  • Iran 

Welche Besonderheiten sind bei der Anmeldung eines Motorrads als Oldtimer zu beachten?

Wenn Sie für Ihr Motorrad ein Oldtimer-Kennzeichen („H“) erhalten, dann kann sich die Kraftfahrzeugsteuer erheblich reduzieren – insbesondere bei Motorrädern mit großem Hubraum. Eine Kasko-Versicherung für das Oldtimer-Motorrad orientiert sich am Marktwert des Fahrzeugs. 

Die Zuteilung des Kennzeichens „H“ („Historisches Kulturgut“) setzt voraus, dass das Fahrzeug ein Alter von mindestens 30 Jahren aufweist (§ 2 Nummer 22 Fahrzeug-Zulassungsverordnung, FZV). Maßgeblich ist das Datum der ersten Zulassung. 

Bei Kraftstofftank, Abgasanlage und Sitz muss es sich um Originale, originalgetreue Nachbauten oder zeitgenössisches Zubehör handeln. 

Die Einstufung als Oldtimer erfordert zunächst ein Gutachten gemäß § 23 Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO). Außerdem ist eine Hauptuntersuchung durchzuführen (§ 29 StVZO). 

Autowelt - trennstrich_950x3

Kann ich die Motorrad-Versicherungsprämie steuerlich absetzen?

Der Versicherungsnehmer einer Motorrad-Versicherung kann die Versicherungsprämien unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich geltend machen. 

Arbeitnehmer dürfen lediglich die Kosten der Haftpflichtversicherung und die in der Beitragsrechnung ausgewiesene Prämie einer Unfallversicherung als Vorsorgeaufwand absetzen. 

Alternativ ist auch eine Berücksichtigung als Werbungskosten möglich, falls 

  • ein Arbeitnehmer sein Motorrad zu beruflichen Zwecken nutzt und
  • der Arbeitgeber nicht bereits eine steuerfrei Erstattung durchführt (Kilometerpauschale). 


Selbständige dürfen außerdem die Kasko-Versicherungsprämie in ihrer Steuererklärung ansetzen. 

Als Kostenbeleg gilt gegenüber dem Finanzamt jeweils die Beitragsrechnung. 

Weitere Themen rund ums Auto und Motorrad

Noch mehr Wissen tanken - Das könnte Sie auch interessieren

Autowelt - Personen stoßen mit Flaschen an

Schon ab 0,3 Promille kann es übel werden

› Alkohol am Steuer

Rechnen Sie aus, welche Strafe Ihnen droht

› Bußgeldrechner

Bei diesen Temposünden ist der Führerschein weg

› Geblitzt