Schadenfreiheitsklasse - So beeinflusst Sie Ihre Kfz-Versicherung

Autowelt - Junge Frau am Steuer - Schadenfreiheitsklasse

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BLITZMERKER

Je höher Ihre SF-Klasse, desto niedriger Ihr Kfz-Versicherungsschutz

Schadenfreiheitsklasse: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Für jedes schadenfrei zurückgelegte Jahr erhalten Sie eine höhere Schadenfreiheitsklasse.
  • Daraus ergibt sich der Beitragssatz für Ihre Kfz-Versicherung - getrennt nach Kfz-Haftpflicht und Vollkasko.
  • Die SF-Klassen variieren ebenso wie die Beitragssätze von Anbieter zu Anbieter.
  • Vergleichen Sie nicht die Beitragssätze, sondern effektiven Beiträge.
  • Beziehen Sie auch die Rückstufungstabellen für den Schadensfall mit ein.
  • Gehen Sie sorgsam mit Rabattschutz und Rabattrettern um.

Eines der wichtigsten subjektiven Risikomerkmale in der Kfz-Versicherung ist die Schadenfreiheitsklasse: Für jedes Jahr, das Sie in Ihrer Autoversicherung schadenfrei zurücklegen, werden Sie in eine höhere SF-Klasse gestuft - und zwar sowohl in der Kfz-Haftpflicht als auch in der Vollkasko. Nur die Teilkasko ist von diesem System ausgenommen und verbleibt bei 100%.

Im Umkehrschluss führt ein versicherter und regulierter Schaden zur Rückstufung im Schadenfreiheitsrabatt. Auch hier werden die Bausteine der Kfz-Versicherung separat betrachtet, ein Vollkasko-Schaden verursacht somit keine Rückstufung in der Kfz-Haftpflicht.

Für die Versicherer ist diese Schadenfreiheitsklasse ein wichtiger Anhaltspunkt in Bezug auf die Schadenwahrscheinlichkeit. Während Führerscheinneulinge rein statistisch gesehen ein erhöhtes Risiko darstellen, reduziert sich die Wahrscheinlichkeit eines selbst verschuldeten Schadens mit den Jahren der Fahrpraxis.

Zum Ausgleich werden an die Schadenfreiheitsklassen bestimmte Rabatte gekoppelt: Je niedriger die SF-Klasse, desto höher der Beitragssatz - und umgekehrt. Die konkreten Prozentsätze je Schadenfreiheitsklasse variieren am Markt teilweise erheblich. Alles Relevante zu diesem System und wie Sie damit am besten umgehen können, erfahren Sie im Folgenden. 

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Welche Schadenfreiheitsklasse habe ich?

Die SF-Klasse wird in jeder Beitragsrechnung zur Kfz-Versicherung aufgeführt. Meistens steht dort auch der aktuelle Beitragssatz dabei. Ist das nicht der Fall, rufen Sie einfach bei Ihrem Versicherer an und fragen nach Ihrer Schadenfreiheitsklasse und Ihrem Schadenfreiheitsrabatt.

Haben Sie gerade Ihre Kfz-Versicherung gewechselt, können Sie beim letzten Kfz-Versicherer nachfragen - dieser wird Ihnen Ihre aktuelle Schadenfreiheitsklasse mitteilen und für den neuen Versicherer bestätigen. 

Dabei spielt es keine Rolle ob ein Fahrzeug geleast, finanziert oder bar bezahlt wird. Das wirkt sich nicht auf die Schadenfreiheitsklasse aus. Entscheidend ist lediglich, wie viele Jahre Sie schadenfrei versichert waren.

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Welche Schadenfreiheitsklassen gibt es und welchen Einfluss haben sie auf den Versicherungsbeitrag?

Grundsätzlich werden die Schadenfreiheitsklassen für die Kfz-Haftpflichtversicherung und die Vollkasko-Versicherung separat festgelegt. Im Gegensatz dazu unterliegt die Teilkasko-Versicherung nicht diesem System, sie bleibt also konstant bei 100% des Beitrages - auch wenn Sie einen Schaden geltend machen sollten.

In der Regel sehen die Versicherungsgesellschaften wenigstens 25 SF-Klassen in der Kfz-Versicherung vor, allerdings kann jeder Anbieter seit 1994 seine eigene Staffel entwickeln und ansetzen. Hier eine allgemeine SF-Staffel:

Schaden­freiheits­klasseSchadenfreie JahreBeitragssatz
(in Prozent)
SF 31 - 35/3631 - 35/36ca. 20 %
SF 26 - 3026 - 30ca. 25 %
SF 16 - 2516 - 25ca. 35 - 30 %
SF 9 - 159 - 15ca. 45 - 40 %
SF 5 - 85 - 8ca. 55 - 50 %
SF 44ca. 60 %
SF 33ca. 70 %
SF 22ca. 85 %
SF 11 Jahrca. 100 %
SF ½ (Sondereinstufung für Personen, die das erste eigene Auto versichern, mit mehr als 3 Jahren
Fahrerlaubnis)
ca. 100 - 140 %
SF S (Schadenklasse; Rückstufung von Versicherungsnehmern mit SF-Klasse 1)ca. 150 - 175 %
SF 0 (Ersteinstufung für Fahranfänger mit weniger als 3 Jahren Fahrerlaubnis)ca. 200 - 260 %
SF M (Malusklasse; Rückstufung von Fahranfängern mit SF-Klasse ½ oder 0 nach einem Unfall durch Eigenverschulden)ca. 240 - 280 %

Die Prozentsätze der einzelnen Anbieter können gravierend von dieser Staffel abweichen. Entscheidend ist jedoch der Beitrag, der sich auf der Grundlage der Prozentsätze errechnet: Wählen Sie einen Versicherer, der in der SF-Klasse 25 nur noch 20 Prozent des Versicherungsbeitrages berechnet, kann dies teurer sein als bei einem Versicherer, der 35 Prozent vorsieht. Der Vergleich der Konditionen sollte sich also immer auf die konkreten Ergebnisse beziehen.

Je nach Schadenverlauf können also die SF-Klassen und in der Folge die Beitragssätze in der Haftpflicht und Vollkasko voneinander abweichen: Verursachen Sie beispielsweise einen Haftpflichtschaden, ohne dass Sie deswegen einen Vollkasko-Schaden geltend machen würden, werden Sie in der SF-Klasse für die Kfz-Haftpflichtversicherung im auf den Schaden folgenden Versicherungsjahr zurückgestuft - der Schadenfreiheitsrabatt der Vollkasko bleibt davon unberührt und Sie werden mit der nächsten SF-Klasse belohnt.

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Wie erfolgt die Rückstufung im Schadensfall?

Verursachen Sie einen Schaden, für den Ihre Kfz-Versicherung aufkommen muss, büßen Sie Ihre Schadenfreiheitsklasse ein: Im nächsten Versicherungsjahr wird diese zurückgestuft.

Das könnte beispielsweise so aussehen: Wurde Ihnen vor einem von Ihnen verursachten Haftpflichtschaden in der Kfz-Haftpflicht die SF-Klasse 7 mit 50 Prozent angerechnet, würden Sie im Folgejahr nur noch die SF-Klasse 5 mit 60 Prozent in Anspruch nehmen können. Hätten Sie eine Vollkaskoversicherung vereinbart, ohne dass diese durch einen Schaden belastet wird, würden Sie für diese hingegen im Folgejahr die SF-Klasse 8 erhalten.

Allerdings variieren auch die Rückstufungstabellen von Anbieter zu Anbieter, sodass eine Rückstufung durchaus auch mehrere SF-Klassen umfassen kann. Ganz fatal wirken sich Schäden in den niedrigen SF-Klassen aus, denn die Rückstufung in die Schadensklassen führt zu einer drastischen Erhöhung des Versicherungsbeitrages. 

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Wann lohnt es sich einen Schaden aus eigener Tasche zu bezahlen? 

Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, da zum einen der aktuelle SFR und der daraus resultierende Beitrag und zum anderen die potenzielle Rückstufung und die Schadenshöhe zu beachten sind. Da Sie bei einem Vollkasko-Schaden bereits im Vorfeld entscheiden müssen, ob sich eine Regulierung lohnt, sollten Sie im Zweifelsfall mit Ihrem Versicherer sprechen oder einen entsprechenden Rechner zur Kalkulation nutzen. Meist ist es sinnvoll, kleinere Schäden, wie beispielsweise am Lack, selbst zu übernehmen, zumal ja eine Selbstbeteiligung zu berücksichtigen ist.

Bei einem Kfz-Haftpflichtschaden können Sie auch im Nachhinein noch eingreifen: Innerhalb von sechs Monaten nach Abschluss der Schadensregulierung lässt sich ein solcher Schaden noch zurückkaufen. Die Versicherer geben in der Regel dazu Auskunft, bis zu welcher Schadenshöhe sich das lohnt.

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Fahranfänger, Zweitwagen, Dienstwagen, Vertragsunterbrechung: Wie erfolgt die Einstufung? 

Autowelt - Junge Frau am Steuer - Einstufung SFR bei Fahranfängern und Zweitwagen

Das Thema Schadenfreiheitsklasse und Schadenfreiheitsrabatt ist komplex. Dazu kommt noch, dass für Fahranfänger, Zweitwagen und Vertragspausen („Vertrag ruhen lassen“), besondere Kriterien und Regelungen zur Ermittlung der Schadenfreiheitsklasse gelten.

Autowelt - Einige Versicherer bieten Sonderregelungen für Ehegatten oder Eltern-Kind-Vereinbarungen an, die eine günstigere Einstufung für Fahranfänger ermöglichen.

Fahranfänger und die Ersteinstufung

Wollen Fahranfänger erstmals einen eigenen Kfz-Versicherungsvertrag abschließen, stellt sich zunächst die Frage: Ist der Führerschein zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses jünger oder älter als drei Jahre? Ist er jünger, wird die Versicherung in die SF-Klasse 0 eingestuft und wird somit deutlich teurer. Sobald der Führerschein vor mehr als drei Jahren erworben wurde, können sie bereits die SF-Klasse 1/2 und damit vergleichsweise günstigere Beitragssätze beanspruchen. 

Zweitwagen und besondere SF-Regelungen

Da sich ein Schadenfreiheitsrabatt immer nur auf einen Versicherungsvertrag bezieht, gelten für die zusätzliche Versicherung eines Zweitwagens spezielle Regelungen: Normalerweise wird dieser nämlich in die SF 1/2 eingestuft, sollte für das Erstfahrzeug selbst wenigstens die SF-Klasse 1/2 gelten. Von dieser Regelung können nur die Fahrzeuge profitieren, die auf den Versicherungsnehmer des Erstwagens selbst oder auf dessen Partner/Partnerin zugelassen werden.

Sie können aber auch die SF-Klassen auf ein anderes Kraftfahrzeug übertragen und die SF-Klassen wechseln. Das ist beispielsweise interessant, wenn Sie einen hochwertigen Zweitwagen erwerben. Lassen Sie diesen in die bessere Schadenfreiheitsklasse einstufen und nutzen die Zweitwagenregelung für Ihr bisheriges Auto. 

Dienstwagen – manchmal kann der eigene Schadenfreiheitsrabatt genutzt werden

Sie können mit Ihrem Arbeitgeber vereinbaren, dass Sie den Dienstwagen mit Ihrem individuellen persönlichen Schadenfreiheitsrabatt versichern - dann können Sie diesen jedoch nicht mehr für Ihr privates Fahrzeug nutzen. Alternativ versichert der Arbeitgeber die Dienstwagen selbst, sodass er Ihnen den so erfahrenen SFR im Bedarfsfall auch übertragen könnte.

Vertragspause – was passiert mit der Schadenfreiheitsklasse?

Unterbrechen Sie die Fahrzeugversicherung, weil Sie beispielsweise einen Firmenwagen erhalten und dieser vom Unternehmen versichert wird, bleibt Ihnen Ihre bis dahin erfahrene SF-Klasse für bis zu zehn Jahre erhalten - aber auch hier gelten die konkreten Versicherungsbedingungen der einzelnen Versicherungsgesellschaft. Einige stufen nämlich die SF-Klassen mit jedem Jahr der Vertragsunterbrechung um eine Klasse zurück, andere nicht.

Sollten Sie Ihren Autoversicherungsvertrag jedoch nur für weniger als sechs Monate im Versicherungsjahr unterbrechen, haben Sie keinerlei Folgen zu erwarten: Er wird ganz normal im folgenden Versicherungsjahr eine SF-Klasse höher eingestuft. Nach dem Ablauf von sieben Jahren müssen Sie jedoch damit rechnen, dass Ihre SF-Klasse gelöscht wird - Sie würden dann wieder in der SF-Klasse 0 beginnen. Eine Alternative kann die Übertragung der SF-Klasse auf eine andere Person darstellen. 

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Übertragen und Übernehmen von Schadenfreiheitsklassen 

Unter gewissen Umständen lassen sich die persönlichen Schadenfreiheitsklassen durchaus auf andere Personen übertragen: Einerseits wird meistens ein verwandtschaftliches Verhältnis ersten Grades oder eine häusliche Gemeinschaft vorausgesetzt. Allerdings gibt es hier Ausnahmen, so kann Ihnen beispielsweise auch Ihr Arbeitgeber einen SFR übertragen. Für beide Fälle gilt jedoch, dass Sie das betreffende Fahrzeug auch regelmäßig selbst gefahren haben. 

Andererseits müssen Sie als Empfänger einer SF-Klasse bereits so lange den Führerschein haben, dass Sie sich den SFR selbst hätten erfahren können. Sollte dies nicht der Fall sein, wird die SF-Klasse entsprechend angepasst.

Beispiel: 
Sollten Sie seit zehn Jahren den Führerschein haben und die SF-Klasse 12 zur Übertragung frei sein, können Sie nur in die SF 10 eingestuft werden - die Differenz verfällt.

Der freie SFR kann also weder aufgeteilt werden, noch lässt er sich zurück übertragen. Mit einer SFR-Übertragung tritt der einstige Inhaber nämlich unwiderruflich alle Ansprüche an den Begünstigten ab.

Autowelt - Infografik - SFK übertragen - Differenz verfällt
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Autowelt - Sondereinstufungen oder Rabattretter gelten bei einem Versicherungswechsel nicht mehr - die Rückstufung erfolgt dann nachträglich.

Einstufung bei Versicherungswechsel

Wenn Sie Ihren Kfz-Versicherer wechseln wollen, ist der bisherige dazu verpflichtet, Ihre erreichte Schadenfreiheitsklasse zu bestätigen. Damit erhält der neue Versicherer gleich einen Hinweis darauf, wie er Ihr individuelles Schadenrisiko einzuschätzen hat. Weniger interessant sind demzufolge die jeweiligen Prozentsätze, die bei Ihrem neuen Versicherer durchaus höher ausfallen und trotzdem zu einem günstigeren Beitrag führen können. Die entscheidende Größe bleibt die SF-Klasse.

Sollten sie im ablaufenden Versicherungsjahr noch einen Schaden verursacht haben, wird dies ebenfalls dem neuen Versicherer mitgeteilt - nämlich in Form der zurückgestuften SF-Klasse. 

Sollten sie im ablaufenden Versicherungsjahr noch einen Schaden verursacht haben, wird dies ebenfalls dem neuen Versicherer mitgeteilt - nämlich in Form der zurückgestuften SF-Klasse. 

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Rabattschutz (Rabattretter) im Schadensfall 

Einige Gesellschaften bieten einen Rabattschutz oder Rabattretter für den Schadensfall an: Gegen einen Beitragszuschlag können Sie damit verhindern, dass Sie nach einem selbst verursachten Schaden in der SF-Klasse zurückgestuft werden. Sie könnten dann im Folgejahr entweder ihre aktuelle Schadenfreiheitsklasse behalten oder ganz regulär in die nächst höhere gestuft werden. Die Bedingungen unterscheiden sich hier, ein genauer Vergleich der Details lohnt sich.

Aber Achtung: Sollten Sie jedoch den Versicherer wechseln, entfällt diese Sonderregelung und Sie werden nachträglich so gestellt, als hätte es den Rabattschutz nicht gegeben. 

Was ist der Unterschied zwischen Rabattschutz und Rabattretter?

Während der Rabattschutz dafür sorgt, dass ein eingereichter Schaden in der Kfz-Versicherung im Folgejahr nicht zur Rückstufung in der SF-Klasse führt, erhält der Rabattretter lediglich den Beitragssatz: Die Rückstufung erfolgt durchaus, beispielsweise von SF 7 auf SF 6 - allerdings bezahlen Sie weiterhin 50 Prozent des Versicherungsbeitrages. 

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