Typklassen – Wozu sie gut sind und wie sie den Versicherungsbeitrag beeinflussen

Autowelt - Autos auf Parkplatz - Was sind Typklassen

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Das Wichtigste zu Typklassen in Kürze

  • Alle Fahrzeugmodelle werden vom GDV in Typklassen für die Kfz-Haftpflicht, die Vollkasko und die Teilkasko eingestuft. 
  • Diese Typklassen spiegeln die Schadenverläufe für jeden einzelnen Fahrzeugtyp in der jeweiligen Sparte wider. 
  • Je höher die Typklasse, desto teurer die Kfz-Versicherung – und umgekehrt. 
  • Die jährliche Erfassung der Schadenstatistiken kann zu Veränderungen in der Einstufung führen. 
  • Die Typklassen sind für die Versicherer nicht verbindlich, werden aber in der Regel genutzt. 
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So ermitteln Sie eine Typklasse für ein bestimmtes Fahrzeug

  • Nutzen Sie dazu ein Typklassenverzeichnis oder den Typklassen-Rechner des GDV. 
  • Hierzu ermitteln Sie zunächst in der Zulassungsbescheinigung oder im Fahrzeugbrief die Schlüsselnummern für den Hersteller und den Fahrzeugtyp.
  • Die Herstellerschlüsselnummer HSN besteht aus vier Zeichen, wie beispielsweise 0588 für Audi. Als Typschlüsselnummer TSN werden drei Zeichen verwendet, wie beispielsweise 906 – 0588 906 wäre somit der A6 Avant als Turbo-Diesel.
  • Geben Sie diese beiden Schlüsselnummern in die Suchmaske ein, erhalten Sie die aktuellen Typklassen und natürlich auch den Verweis darauf, ob sich an der Einstufung etwas geändert hat.
  • Sollte eine Umstufung zu einem höheren Versicherungsbeitrag führen, können Sie außerordentlich kündigen und einen günstigeren Versicherer suchen.

Die Kfz-Versicherung wird auf der Grundlage einiger Tarifmerkmale kalkuliert, um risikogerechte Beiträge zu erhalten. Die Typklassen gehören zu diesen relevanten Kriterien, spiegeln sie doch die Unfall- und Schadensbilanz der vielfältigen Fahrzeugmodelle in Deutschland wider. Je mehr Schäden für ein Modell reguliert werden müssen, desto höher wird das Fahrzeug in der Typklasse eingestuft und umgekehrt. Die Typklasse schlägt sich wiederum im Versicherungsbeitrag nieder, wobei die Bausteine der Kfz-Versicherung separat betrachtet werden. Um einen aktuellen Bezug zu gewährleisten, werden die Statistiken des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) einmal pro Jahr für die jeweils letzten drei Jahre erhoben. Derzeit sind rund 28.000 unterschiedliche Fahrzeugmodelle im Typklassenverzeichnis erfasst – hier alle wesentlichen Fakten.

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Was ist der Unterschied zwischen Fahrzeugtyp und Typklasse?

Die Begriffe werden gerne verwechselt, haben aber nur bedingt miteinander zu tun: Der Fahrzeugtyp beschreibt das genaue Modell eines Fahrzeugs - mittlerweile sind in Deutschland mehr rund 28.000 verschiedene Fahrzeugtypen registriert. So bringt ein Hersteller verschiedene Baureihen auf den Markt, wie beispielsweise BMW X3 oder BMW 3er. Diese Bezeichnung reicht aber noch nicht aus, da es innerhalb dieser Reihen unterschiedliche Ausführungen in puncto Motorisierung und Ausstattung gibt, die jeweils ein eigenes Modell darstellen. Die Hersteller- und Typschlüsselnummern finden Sie in der Zulassungsbescheinigung unter den Punkten 2.1 und 2.2. 

Jeder dieser Fahrzeugtypen wird in drei bestimmte Typklassen von 10 bis 34 eingeordnet - und zwar in Bezug auf die Kfz-Haftpflicht, die Vollkasko- und die Teilkaskoversicherung. 

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Wie und von wem wird die Typklasse berechnet?

Zuständig für die Berechnung der Typklassen ist in der Regel der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), der als zuverlässiger und neutraler Treuhänder fungiert. Bis zum Jahr 2003 bezogen die Experten die Schadenstatistiken des jeweils vergangenen Kalenderjahrs in die Berechnung ein. Seither legt der GDV die Daten der letzten drei Jahre zugrunde, um stärkere Schwankungen zu vermeiden und die Statistik etwas zu glätten. Die Veröffentlichung des Typklassenverzeichnisses für das kommende Jahr erfolgt jeweils im September des Vorjahres auf der Homepage des GDV. Allerdings steht es den Gesellschaften frei, eigene Typklassen zu verwenden – allerdings kommt das eher selten vor. 

Zur Einstufung in eine Typklasse werden demzufolge für jeden Fahrzeugtyp die Unfallschäden innerhalb der letzten drei Kalenderjahre ausgewertet – sowohl der Anzahl als auch der Schadenhöhe nach: 

  • Für die Typklasse in der Kfz-Haftpflicht werden alle Leistungen erfasst, die an durch einen Fahrzeugtyp bei Dritten verursachten Schäden an diese ausgezahlt werden.
  • In der Vollkasko-Typklasse werden wiederum die Leistungen berücksichtigt, die wegen am eigenen Fahrzeug entstandenen Schäden fällig wurden.
  • Die Teilkasko-Typklasse wird von den Leistungen bestimmt, die für Diebstähle, Glasschäden, Wildunfälle usw. angefallen sind. 

Anhand der Typklassen können Sie also ablesen, ob Ihr Fahrzeugtyp deutschlandweit relativ häufig in Schäden verwickelt war oder nicht. Naturgemäß wirkt sich diese Schadenstatistik auch auf die Beitragskalkulation aus: Je wahrscheinlicher es ist, dass für dieses Fahrzeug ein Schaden zu regulieren ist, desto teurer wird die Versicherung. Das gilt natürlich auch umgekehrt, bei statistisch wenigen Schäden fällt der Versicherungsbeitrag günstiger aus. Allerdings spielen bei der Beitragsberechnung auch andere Kriterien wichtige Rollen, die Typklasse stellt nur einen Aspekt dar. 

Youtube-Video des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft zum Thema Typklassen

Quelle: GDV

Folgende Typklassen sieht der GDV vor:

Kfz-Haftpflicht Typklassen 10 bis 24 
Vollkasko Typklassen 10 bis 34 
Teilkasko Typklassen 10 bis 33 

Dabei gilt der Grundsatz: Je niedriger die Typklasse ausfällt, desto günstiger ist der Versicherungsbeitrag. Ausschlaggebend sind die Schäden und Unfälle, die für jeden Fahrzeugtyp über einen festgelegten Zeitraum hinweg erfasst werden - je weniger, desto niedriger die Typklasse. So ist es keineswegs zwangsläufig, dass sich die Typklasse für ein Fahrzeug jährlich ändert, aber es kann durchaus vorkommen. 

Aktuelles zu den Typklassen 2018

Auch im Jahr 2018 veränderte sich die Einstufung vieler Fahrzeuge, ein Viertel aller Fahrzeugtypen war in der Kfz-Haftpflicht und rund die Hälfte in der Vollkasko betroffen. Besonders auffällig: Insbesondere die Oberklasse-Modelle und SUVs mit starken Motoren wurden höher gestuft, wie beispielsweise der Range Rover 3.0 TD, die neue Generation des BMW 730D oder der Lexus NX 300 H sowie der Jeep Renegade 1.4 T und der BMW 114I. Letztere wurden gleich um drei Klassen angehoben.

Im Gegenzug konnten sich die Halter einiger Kleinwagen freuen, die teilweise um zwei Klassen heruntergestuft wurden. Zu den günstigen Fahrzeugen zählen beispielsweise der Peugeot 108 1.0, der Kia Picanto 1.0 oder der Citroen C4 Cactus 1.2. Aber auch der Dacia Logan Kombi und der Audi A4 Avant 2.0 TDI können sich sehen lassen, die Einstufungen wurden nämlich um drei Klassen nach unten korrigiert. 

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Welchen Einfluss hat die Typklasse auf den Beitrag zur Kfz-Versicherung?

Neben den vielen anderen Tarifmerkmalen spielt die Typklasse eine durchaus große Rolle: Je höher das Fahrzeug eingestuft ist, desto höher ist der Versicherungsbeitrag vom Grundsatz her. Dabei kann es durchaus starke Abweichungen zwischen den einzelnen Bausteinen geben: Wurde ein Fahrzeugtyp beispielsweise überdurchschnittlich in Unfälle verwickelt, dürfte sich das in den Typklassen für Kfz-Haftpflicht- und -Vollkasko niederschlagen. Wurde ein Typ über die Maßen gestohlen, fällt die Teilkasko-Typklasse entsprechend höher aus. 

Umso wichtiger ist es, sich vor einem Fahrzeugkauf nach den Typklassen zu erkundigen. Selbst ähnliche Fahrzeugmodelle können nämlich unterschiedliche Typklassen aufweisen und somit auch in der Beitragsberechnung variieren. Die Auswirkungen hängen natürlich auch vom persönlichen Schadenfreiheitsrabatt ab: Während Fahranfänger die Unterschiede deutlich spüren, dürften die Typklassen für bereits seit vielen Jahren unfallfrei fahrende Versicherte weniger wichtig sein.

Autowelt - 2 Mechaniker schauen in Motorraum - Fahrzeugmodell und Typklasse

Änderung der Typklasseneinordnung und die Folgen für die Kfz-Versicherung

Die Typklassen werden jährlich neu berechnet. In Abhängigkeit vom Schadenverlauf für die Fahrzeugmodelle in den jeweils letzten drei Kalenderjahren können sich durchaus im folgenden Versicherungsjahr Veränderungen ergeben: Wird ein Fahrzeugtyp in eine niedrigere Typklasse gestuft, kann sich der Beitrag reduzieren. Sind jedoch viele Schäden angefallen, kann es auch erheblich teurer werden. Im Jahr 2017 veränderte sich zum Beispiel für 68 Prozent der Versicherten nichts, während 37 Prozent der Vollkasko-Versicherten über eine niedrigere Typklasse freuen konnten – in der Teilkasko waren es 38 Prozent. Allerdings stiegen die Typklassen auch für einige Autofahrer. 

Sollte dies der Fall sein und sich der Versicherungsbeitrag erhöhen, eröffnet sich Ihnen ein außerordentliches Kündigungsrecht: Nach Zugang der Information haben Sie einen Monat Zeit, um sich einen neuen Versicherer zu suchen – und das unabhängig vom Stichtag 30. November. 

Wichtig:

Sollte es jedoch trotz der Hochstufung unter dem Strich keine Beitragserhöhung gegeben haben, weil Ihr Fahrzeug zum Beispiel in eine günstigere Regionalklasse eingeordnet wurde, entfällt auch das außerordentliche Kündigungsrecht. 

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Autowelt - Wichtig: Um ein Fahrzeug zu finden, suchen Sie zunächst den Hersteller, dann das Modell anhand der Leistung und bei Bedarf auch des Hubraums.

Wie funktioniert das Typklassenverzeichnis?

Sie können das Typklassenverzeichnis als gedruckte Version konsultieren. Dort finden Sie alle relevanten Daten zum jeweiligen Fahrzeugtyp, wie beispielsweise

  • Hersteller
  • Typ
  • Leistungsdaten
  • Schlüsselzahlen für Hersteller und Typ
  • Typklassen für die Kraftfahrzeughaftpflicht-, Vollkasko- und Teilkaskoversicherung
  • Angaben über Wegfahrsperren
  • Produktionszeitraum für den PKW 

Die Auflistung erfolgt alphabetisch sortiert nach Fahrzeughersteller und innerhalb dessen Produktpalette aufsteigend nach Leistung in kW und PS. Sollten Fahrzeugtypen dieselbe Leistung haben, wird nach dem Hubraum unterschieden. Seit 2005 gilt für die Vollkasko und Teilkasko eine neue Struktur, die dann immer für die Neuverträge Anwendung findet. Entsprechende Abweichungen sind im Typklassenverzeichnis gelb unterlegt.

Hängen Typklasse und Schadenfreiheitsklasse zusammen?

Die Typklassen beziehen sich auf Schadenverlauf für ein bestimmtes Modell, die Schadenfreiheitsklasse spiegelt den Schadenverlauf für Sie als Versicherungsnehmer wider – ein direkter Zusammenhang besteht jedoch nicht.

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Was passiert mit der Typklasse bei Import/Export? 

In diesem Fall wird wie so verfahren wie bei der Neueinführung eines Fahrzeugmodells: Zunächst werden vorläufige Typklassen angesetzt, in die vergleichbare Fahrzeuge eingestuft sind. Liegen dann belastbare Schadenstatistiken vor, kann es zu deutlichen Korrekturen kommen. 

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