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Mischbereifung: Was ist erlaubt – und was ist sicher?

Autowelt - Mischbereifung: Frau sieht sich verschiedene Reifenmodelle an

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BLITZMERKER

Erlaubt ist ein Mix aus Reifen mit unterschiedlichen Profilen, sofern die Mindestprofiltiefe nicht unterschritten wird.

Was ist Mischbereifung?

Sommer- und Winterreifen an einem Fahrzeug? Hersteller, Modelle und Materialien einfach mischen - geht das? Ist das mit "Mischbereifung" überhaupt gemeint? Eigentlich nicht. Streng genommen versteht der Gesetzgeber unter Mischbereifung die Kombination von Radial- und Diagonalreifen auf einer Achse Ihres Fahrzeugs. Und das ist verboten. Laut Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO § 36 Absatz 2a) dürfen an einem Pkw nur Radial- oder Diagonalreifen aufgezogen sein. Doch der Diagonalreifen war ohnehin nur bis in die 1980er-Jahre verbreitet, er spielt also heute lediglich bei Oldtimern noch eine Rolle.

In der Praxis wird der Begriff "Mischbereifung" viel weiter gefasst und meint Reifen unterschiedlicher Hersteller, Profiltiefe, Größe oder Breite sowie die Kombination aus Sommer- und Winterreifen.

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Was ist erlaubt, was nicht?

Die Unsicherheit ist groß, denn der Gesetzgeber lässt hier eine Menge Spielraum: So ist die Kombination von Reifen unterschiedlicher Profiltiefe, Modelle, Hersteller oder Materialzusammensetzung grundsätzlich erlaubt. Auch der Mix von Sommer- und Winterreifen - solange keine winterlichen Straßenverhältnisse herrschen.

Autowelt - Rote Klammer: Eine Mischbereifung mit verschiedenen Reifengrößen ist grundsätzlich verboten

Aber: Verschiedene Reifengrößen sind grundsätzlich verboten und nur dann erlaubt, wenn eine Betriebserlaubnis dafür in den Fahrzeugpapieren (Zulassungsbescheinigung Teil 1, Ziffer 15) vermerkt ist. Verschiedene Reifenbreiten sind nur zulässig, wenn dies vom Hersteller freigegeben ist, etwa bei Sportwagen.

Mischbereifung erlaubt?janein
Sommer- und Winterreifen
Ganzjahres-/Allwetterreifen und Winterreifen
Diagonal- und Radialreifenx
Unterschiedliche Größe oder Breitex
Unterschiedliche Profile
Unterschiedliche Profiltiefe
Unterschiedliche Hersteller
Runflat-Reifen und Standardreifen
Notrad und Standardreifen

Was muss ich bei einem Allradfahrzeuge beachten?

Bei einem Fahrzeug mit Allradantrieb gilt: Die Vorgaben des Herstellers in Sachen Mischbereifung sind unbedingt einzuhalten. Beachten Sie die Bedienungsanleitung! Eine unterschiedliche Profiltiefe der Reifen auf Vorder- und Hinterachse kann zu Schäden am Mitteldifferential des Fahrzeugs führen.

Ist bei Motorrädern eine Mischbereifung erlaubt?

Unterschiedliche Reifenmodelle oder -hersteller sind bei motorisierten Zweirädern im Allgemeinen zulässig. Ausnahme: Motorräder, bei denen in der Zulassungsbescheinigung eine Reifenfabrikatsbindung eingetragen ist. In diesem Fall bleibt jedoch die Möglichkeit, beim Motorrad- oder Reifenhersteller eine Reifenfreigabe zu beantragen. Damit wird bestätigt, dass der jeweilige Reifen für die Maschine genutzt werden darf.

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Wo finde ich Informationen zu meinen Reifen?

  • Die Angaben zu den Reifen finden Sie in der Zulassungsbescheinigung unter Ziffer 15. Allerdings ist hier immer nur die kleinste Reifengröße für das jeweilige Fahrzeug angegeben.
  • Weitergehende Informationen, zum Beispiel zu erlaubten Sondergrößen, finden sich im sogenannten CoC-Papier (Certificate of Conformity), das Sie normalerweise beim Kauf eines Autos bekommen. Die erlaubte Reifengröße steht unter Ziffer 32 und/oder Ziffer 50.

Wenn Sie Schwierigkeiten haben, die Informationen zu finden, fragen Sie Ihre Werkstatt oder Ihren Montagepartner.

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Wie gefährlich ist eine Mischbereifung?

Autowelt - Mischbereifung: Auto fährt durch große Pfuetze
Autowelt - Ausrufezeichen-Icon

Nicht alles, was erlaubt ist, ist auch sicher. Dieser Grundsatz gilt auch bei der Mischbereifung, von der Experten grundsätzlich abraten. So reagiert Ihr Fahrzeug mit unterschiedlichen Reifen:

  • Weniger Fahrstabilität: Eine unterschiedliche Profiltiefe und Profilgestaltung sowie verschiedene Gummimischungen können die Fahrstabilität negativ beeinflussen. Das kann vor allem bei Nässe und Glatteis zu gefährlichen Situationen führen.
  • Instabiles Verhalten in Kurven: Mit Reifen, die unterschiedlich auf der Straße haften, ist das Risiko größer, dass das Auto in schnell gefahrenen Kurven ausbricht.
  • Schlechtere Bremswirkung: Mischbereifung kann dazu führen, dass sich die Bremswirkung verschlechtert. Das heißt, der Bremsweg wird länger.
  • Erhöhtes Aquaplaning-Risiko: Die schlechteren Reifen des Fahrzeugs leiten das Wasser nicht so schnell ab wie die guten. Bei Aquaplaning kommt das Auto somit leichter ins Schwimmen.
  • Unter- oder Übersteuerung: Als ausgesprochen gefährlich gilt der Mix aus Sommerreifen und Winterreifen, weil diese aufgrund ihrer unterschiedlichen Materialzusammensetzung auch unterschiedliche Fahreigenschaften haben.
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Worauf kommt es bei der Mischbereifung besonders an?

Wollen Sie verschiedene Reifen an Ihrem Auto montieren, sollten Sie einige Dinge berücksichtigen:

Autowelt - Mischbereifung: Nahaufnahme von Reifen

Reifentyp beibehalten

Wenn Sie einzelne neue Reifen kaufen, sollten Sie möglichst denselben Reifentyp (also Sommer- oder Winterreifen) wählen wie bei den anderen Reifen Ihres Fahrzeugs.

Autowelt - Mischbereifung: Mechaniker schraubt an Auto auf Hebebühne

Gleiche Reifen auf einer Achse

Fahren Sie mit Mischbereifung, sollten zumindest auf jeder Achse einheitliche Räder auf die Felgen gezogen sein. Verschiedene Reifen nie über Kreuz montieren!

Autowelt - Mischbereifung: Nahansicht eines Hinterreifens

Die besseren Reifen nach hinten

Die besseren Reifen gehören immer auf die Hinterachse, unabhängig davon, ob Ihr Auto Vorder- oder Hinterradantrieb hat. Sonst gerät Ihr Fahrzeug beim Spurwechsel leichter ins Schleudern.

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Autowelt - Mischbereifung: Allianz-Logo mit grünem Haken

Zahlt die Versicherung bei einem Schaden mit Mischbereifung?

In der Regel zahlt Ihre Allianz Kfz-Versicherung den Schaden, den Sie anderen verursacht haben – auch wenn Sie im Winter mit einer verbotenen Mischbereifung aus Sommer- und Winterreifen unterwegs waren. Sie verlieren Ihren Schutz also nicht.

Bei der Kaskoversicherung kann aber geprüft werden, ob der Unfall daher rührte, dass Ihre Bereifung eine dauerhaft erhöhte Gefahr ist. Ist dies der Fall, hat man es vorher nicht bei der Versicherung angezeigt und schädigt dann Dritte oder sich selbst, kann das teuer werden. Dann kann es nämlich sein, dass die Versicherung die Kosten nicht übernimmt, sondern sie sich teilweise vom Verursacher zurückholt. In der Regel sind hier bis zu 5.000 Euro Eigenanteil möglich.

Stellen Sie Ansprüche an einen Unfallgegner, könnte es zudem sein, dass Ihnen wegen der ungeeigneten Bereifung eine Mitschuld angerechnet wird. Denn ungeeignete Bereifung verlängert den Bremsweg Ihres Fahrzeugs und kann Ursache für Unfälle sein.

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