
Blow-ups: Gefährliche Sprungschanze auf der Autobahn
- 1 Was ist ein Blow-up?
- 2 Welches sind die gefährlichsten Blow-up-Strecken?
- 3 Was passiert, nachdem ein Blow-up aufgetreten ist?
- 4 Wie erfahre ich von Blow-ups?
- 5 Wie verhalte ich mich richtig bei einer Blow-up-Warnung?
- 6 Wer zahlt wegen eines Blow-up-Unfalls?
- 7 Wie schnell darf man über einen Blow-up fahren?
Was ist ein Blow-up?
Die Straße reißt auf, der Asphalt verschiebt sich, Fahrzeuge heben ab. Das ist keine Szene aus einem spannenden Actionfilm, sondern wird im Sommer bittere Realität auf deutschen Autobahnen. Ein sogenannter Blow-up kann zur tödlichen Gefahr für Auto- und Motorradfahrer werden. Temperaturen über 30 °C sind der Auslöser dafür, dass auf einigen Straßen die Fahrbahn aufplatzt und teilweise massive Hitzeschäden entstehen.

Asphalt kann sich verformen. Deshalb ist er bei Hitze relativ flexibel und weniger anfällig für Schäden. Bei Betonplatten sieht die Sache anders aus: Hier dehnen sich die einzelnen Platten durch die Hitze so stark, dass sie sich entweder nach oben wölben oder aufplatzen. Das geschieht vor allem dann, wenn die Hitze auf eine längere Regen- oder Kälteperiode folgt. Kalter Untergrund und heißer Belag sind Gift für Betonplatten, die ihre besten Jahre bereits hinter sich haben. Entsprechend sind alte Autobahnen besonders gefährdet. Die Blow-ups entwickeln sich meist an Fugen, Nahtstellen und bereits „geflickten“ Stellen. Am schlimmsten ist es, wenn eine Platte bricht und sich die Bruchstücke überlagern. Dann kommt Ihnen nämlich bei 180 km/h plötzlich eine Sprungschanze entgegen.
Welches sind die gefährlichsten Blow-up-Strecken?
2 Dinge passen nicht zusammen: Hitzewellen und Betonplatten. Die Blow-up-Gefahr ist deshalb überall da besonders groß, wo beides zusammenkommt. Rund 70% der deutschen Autobahnen bestehen aus Asphalt, etwa 30% aus Beton. Diese Betonautobahnen sind vorwiegend in Südbayern. Auch im Norden Deutschlands gibt es viele solcher Straßen – allerdings wird es hier nicht so heiß.
Entsprechend halten bayerische Autobahnen auch den Negativrekord mit den meisten Blow-ups, vorwiegend auf der:
- A 92 Neufahrn–Deggendorf,
- A 93 Dreieck Holledau–Regensburg,
- A 3 Nürnberg–Passau,
- A 94 München–Passau.
Aber auch die A5, A7, A9 und A10 landen immer wieder wegen gefährlicher Betonschäden in den Verkehrsnachrichten. Ein Blow-up auf der A5 bei Heidelberg ragte gar 30 Zentimeter in die Höhe.
Im Durchschnitt gibt es allerdings nur etwa 5 bis 6 Blow-ups pro Jahr.
Was passiert, nachdem ein Blow-up aufgetreten ist?
Ein Blow-up ist eine Urgewalt. Er taucht plötzlich aus dem Nichts auf, wie bei einer Explosion. Mit ganz viel Glück geschieht dabei kein Unglück. Dann passiert das, was jeder Verkehrsteilnehmer fürchtet: Der betroffene Streckenabschnitt wird gesperrt, damit die gebrochene Stelle repariert werden kann. Die Blow-ups werden ausgefräst und mit einer Asphalt-Plombe versehen, damit keine Bodenwellen entstehen.
Wie erfahre ich von Blow-ups?
Ab einer Temperatur von 28 °C warnen die Radiosender im Sendegebiet der gefährdeten Autobahnen ihre Hörer. Ab einer Temperatur von 30 °C gilt zusätzlich ein Tempolimit von 80 km/h. Sie sind Motorradfahrer? Dann sollten Sie die Autobahn spätestens jetzt verlassen.
Tipp: Auch der ADAC gibt Auskunft über die aktuelle Lage auf deutschen Straßen.

Wie verhalte ich mich richtig bei einer Blow-up-Warnung?
Einfach stehen bleiben können Sie ja auf Autobahnen nicht. Dennoch macht es einen enormen Unterschied, ob Sie mit 180 km/h über einen Blow-up donnern oder mit 80 km/h. Entsprechend gilt: Die zulässige Höchstgeschwindigkeit sollten Sie in keinem Fall überschreiten und vorausschauend fahren. So können Sie im Zweifelsfall zumindest den Schaden gering halten.
Für Sie gilt jetzt:
- Fahren Sie vorausschauend und halten Sie Ausschau nach Blow-ups.
- Vergrößern Sie den Sicherheitsabstand zum Vordermann.
- Achten Sie auf die Warnungen im Verkehrsfunk.

Wer zahlt wegen eines Blow-up-Unfalls?
Schon etliche Autofahrer haben versucht, die zuständige Autobahnmeisterei für ihren Schaden haftbar zu machen. Einige haben es geschafft, die meisten nicht. Denn um hier zum Erfolg zu kommen, müssen Sie der Autobahnmeisterei erst einmal nachweisen, dass sie ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nachgekommen ist – laut ADAC ist das eher schwierig. Es sei denn, Sie haben einen Beweis dafür, dass keine Warnhinweise gezeigt wurden.
Wenn Sie selbst haften müssen, können Sie Schäden am eigenen Auto Ihrer Vollkasko melden. Die Teilkasko kommt lediglich für Glasschäden auf, Ihre Haftpflichtversicherung nur für Schäden an anderen Fahrzeugen, Personen oder Gegenständen.
Das liegt an unserem Wetter. In südlicheren Gefilden ist es zwar noch viel heißer, aber diese Temperaturen halten sich dann meist für längere Zeit. Das deutsche Wetter macht jeder Betonmischung das Leben schwer: heiß, kalt, Sonne, Regen. Das bedeutet für die Straße, dass sie sich immer wieder zusammenzieht und ausdehnt. So lange, bis sie bricht.
Wie schnell darf man über einen Blow-up fahren?
Das hängt von der Größe des Blow-ups und den äußeren Umständen ab. Auf einer Autobahn können Sie nicht plötzlich auf Schrittgeschwindigkeit herunterbremsen. Hier kommt es auf 2 Dinge an: selbst keinen Unfall verursachen und andere nicht zum Auffahren provozieren. 80 km/h ist das Tempolimit bei Blow-up-Warnungen. Fahren Sie gegebenenfalls noch langsamer und bleiben Sie immer bremsbereit.
Was ist beim Abschleppen zu beachten und Warnwestenpflicht: Hier erfahren Sie, was Sie im Falle eines Unfalls wissen müssen.
