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Wie erlebt ein Hirsch einen Wildunfall?

Kaputte Autos, Verletzte und sogar Tote, dazu totes Wild am Straßenrand. Unser Autowelt-Reporter hat sich auf die Suche nach einem Beteiligten gemacht. Auch, wenn wir wissen, dass Hirsche verhältnismäßig selten in einen Wildunfall verwickelt sind – ein Exemplar war dennoch bereit zu einem Interview. Scheue Rehe sind meist schon vor der ersten Frage davongelaufen. Weil der Hirsch sich allerdings nicht schuldig bekennen wollte, bleibt er hier anonym.

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BLITZMERKER

Die Anzahl von Wildunfällen in Deutschland steigt seit mehrern Jahren deutlich an. Im Jahr 2012 wurde mit 258.000 Wildunfällen die bisher höchste Unfallzahl registriert.

Sind Sie oder Freunde schon mal von einem Auto angefahren worden?

HIRSCH (Sein Geweih ragt hoch empor. Majestätisch steht er auf einer Lichtung mitten im Wald und genießt die letzten Sonnenstrahlen im Herbst. Langsam wendet er sich mir zu):

Das passiert ständig! Unter meinen Freunden und Verwandten sind viele, die schon mal eine Begegnung mit einer Blechkiste hatten. Onkel Elm (alle Namen von der Redaktion geändert) hat das nicht überlebt. Die kleine Ursel humpelt heute noch.

Auch ich selbst hatte eine derartige Begegnung. Mitten in der Nacht. Ich war auf der Suche nach einem kleinen Mitternachtssnack. Da sehe ich ein leckeres Büschel Gras auf der anderen Seite der Straße, völlig unberührt. Frohen Mutes gehe ich in die Richtung und höre schon ein gewaltiges Hupen vor mir. Einer dieser riesigen Laster kommt da die Straße entlang! Vor Schreck kann ich mich nicht mehr bewegen und stehe da wie vom Blitz getroffen. Kein Gedanke an Weglaufen. Dann blendet der Fahrer auf, alle Lichter an ... Wissen Sie eigentlich, wie hell das sein kann? Dann blendet er wieder ab und macht alle Lichter aus. Das hat mich nur noch mehr verwirrt. Und der Laster kam näher und näher ...

Was hat Sie dann letztlich gerettet?

HIRSCH (Er findet einen Büschel Gras, senkt sein Haupt, rupft das Gras aus, kaut langsam und blickt mich dann fest an):

Gute Frage. Wahrscheinlich ist der Lkw einfach nicht allzu schnell gefahren. Er kam kurz vor mir zum Stehen. Ich konnte sogar den Menschen am Lenkrad sehen. Der war genauso erschrocken wie ich! Hätte ich gekonnt, hätte ich ihm „Danke“ gesagt. Ich habe gehört, dass ihr Menschen Bilder von uns auf Schildern an Straßenrändern aufhängt, wenn ihr wisst, wo wir uns rumtreiben. Das finde ich sehr nett. Meinesgleichen kann ja keine Schilder lesen, sorry dafür.


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Was sind die Gefahren bei Wildunfällen?

Aber es ist doch klar, dass auf der Straße Autos fahren, die euch gefährlich werden?

HIRSCH:

Nun ja. Oft führen diese Straßen ja mitten durch das, was bei euch "Wohnzimmer" heißt. Wir sehen sie, aber nicht als Gefahr! Sie sind ja Teil unseres Waldes. (Kann das sein? Er blickt mich jetzt etwas vorwurfsvoll an.) Und wir wohnen hier nun mal. Wenn dann ein hübsches Weibchen oder eben ein nettes Männchen auf der anderen Straßenseite steht, ist das ja immer noch mitten im Wald. Dann kann ich nun mal nicht anders und muss da hin ... Wer denkt da noch an Autos? Und rums... ist es passiert. Wenn es dumm läuft, trifft es nicht nur mich, sondern auch noch die Personen, die im Auto sitzen. Ich persönlich wiege knapp 300 Kilo. Können Sie sich vorstellen, was für einen enormen Knall das macht, wenn ein Auto auch nur mit 50 Sachen auf mich trifft und ich durch die Windschutzscheibe geflogen komme? Das ist nicht witzig und kann tödlich für alle Beteiligten sein.

Wenn sich Hirsch und Auto begegnen, ist es oft zu spät.


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Welche Tipps gibt es, um Wildunfälle zu vermeiden?

Was empfehlen Sie? Abblenden? Fernlicht an? Eine Mischung aus Beidem?

HIRSCH (Der Hirsch schnaubt):

Wenn sich Hirsch und Auto auf der Straße begegnen und das Auto zu schnell fährt, ist es eigentlich schon zu spät. Wir haben keine Erfahrung mit so etwas. Knackt ein Ast, laufen wir davon (ein mächtiger Muskel in seinem Hinterlauf zuckt, der bloße Gedanke scheint schon einen Fluchtreflex auszulösen), knallt ein Schuss, laufen wir davon. Die Richtung ist erst einmal egal. Doch bei einem Auto auf der Straße versagt unser Instinkt. Deshalb bleiben wir erstmal stehen. Hupen, Bremsen, Licht – es ist nicht sicher, was das in uns auslöst. Weiterlaufen, stehenbleiben oder aber in Richtung Licht rennen? So schnell kann ich das nicht entscheiden.

Haben Sie einen ultimativen Tipp für unsere Leser?

HIRSCH (Der Hirsch schnaubt abermals):

Ich weiß, das klingt langweilig – aber passt einfach eure Geschwindigkeit an, besonders wenn ihr unsere Schilder seht. Das ist das Einzige, was wirklich hilft. Warum nicht die Fahrt durch schöne Wälder einfach genießen, statt viel zu schnell durchzubrausen und einen Unfall zu riskieren?

Passen Sie Ihre Geschwindigkeit in Waldgebieten an

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